Region: Augsburg Stadt

"Die Leute wollen wieder was sehen": Wie Aussteller die erste Augsburger Messe seit Pandemiebeginn erleben

Dominique van Buuren ist aus den Niederlanden zur Americana angereist.

Lange waren Messen besonders von den Einschränkungen der Corona-Pandemie betroffen – erst seit Juni dürfen sie wieder stattfinden. Die Westernreitmesse Americana hat nun in Augsburg den Anfang gemacht und holt zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder Besucher und Aussteller ans Messegelände. Letztere freuen sich vor allem, dass sie mit ihren Kunden wieder persönlich in Kontakt kommen können.

Für Klaus Hartmeyer und Hannah Kornelius vom Stallbau-Unternehmen Sonntag aus Legau ist die Americana die zweite Messe, die sie in diesem Jahr besuchen. Die erste fand ganz im Freien statt, diesmal haben sie ihren Stand wieder in einer Halle aufgebaut. Das hat einige zusätzliche Anweisungen der Messebetreiber zur Folge. Bei längeren Gesprächen schreiben die beiden Mitarbeiter die Kontaktdaten ihrer Kunden auf. So soll die Nachverfolgung bei möglichen Corona-Infektionen erleichtert werden. Zutritt zur Messe haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete, auf dem Gelände gilt eine Maskenpflicht. Das alles funktioniere sehr gut, findet Hartmeyer.

Für das Bauunternehmen hätten die Messen durchaus gefehlt, auch wenn die Pandemie die Auftragslage sogar gestärkt habe. Viele Pferdebesitzer hätten die Zeit genutzt, um ihre Ställe zu renovieren und auszubauen. "Im persönlichen Gespräch ist es aber deutlich leichter, die genauen Vorstellungen der Kunden nachzuvollziehen", sagt Hannah Kornelius. An den ersten Tagen hätte man es nun mit viel Fachpublikum zu tun gehabt, das bereits explizite Vorstellungen hatte. Am Freitag und am Wochenende seien meistens mehr Besucher unterwegs, die "nur schauen". Hartmeyer und Kornelius sind mit der Messe zufrieden. Es seien gefühlt genauso viele Besucher unterwegs wie vor der Pandemie. "Die Leute freuen sich, dass sie wieder raus dürfen", glaubt Hartmeyer. "Die wollen wieder was sehen."

Teils steigende Umsätze während der Pandemie

Schwerere Folgen hatte die Pandemie für das Zentrum für Freizeitreiten in Legden, das Reitwanderungen anbietet. Lange seien diese sowieso nur eingeschränkt möglich gewesen. Doch durch das Wegfallen der Messen im vergangenen Jahr fehlten auch jetzt noch die neuen Kunden, die man als Aussteller hätte gewinnen können. "Unsere Kunden buchen ja ein halbes oder dreiviertel Jahr im voraus", erklärt Besitzerin Elke Waning. Für Ihr Unternehmen sei es deshalb wichtig, dass nun wieder Messen stattfinden können.

Reitzubehör-Verkäufer Dominique van Buuren ist aus den Niederlanden angereist, um auf der Americana sein Sortiment zu präsentieren. "Euro-Horse" verkauft Ausrüstung fürs Westernreiten, normalerweise in seinem Geschäft in den Niederlanden oder auf Messen, auch in Belgien und Deutschland. Seit Beginn der Pandemie sei aber der Online-Umsatz stark gestiegen, erzählt van Buuren, und dieser Trend halte weiter an. Der Händler verkaufte während der Pandemie sogar mehr als zuvor. "Die Leute dürfen nicht mehr so viel machen und kaufen dafür mehr für's Pferd", mutmaßt er. Für Reiter hätte die Pandemie also vielleicht sogar etwas Gutes gehabt – sie hätten mehr Zeit mit ihren Tieren verbracht. Obwohl er keine wirtschaftlichen Einbußen zu verzeichnen hatte, ist Dominique van Buuren aber trotzdem froh, dass er wieder auf Messen verkaufen kann. Er freue sich jedes Mal sehr über den persönlichen Kontakt mit den Kunden. "Wir haben online deshalb auch eine Chat-Funktion eingebaut", sagt er. "Aber das ist halt nicht das gleiche."

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