Region: Augsburg Stadt

Linie 5: Stadtwerke übergeben Unterlagen zur Planfeststellung an die Regierung von Schwaben

Der Sebastian-Buchegger-Platz im Thelottviertel an der Rosenaustraße wird im Zuge des Straßenbahnbaus umgestaltet, der gesamte Bereich wird verkehrsberuhigt und nur noch für Anwohner befahrbar. Stadtauswärts geht es hier aus dem Hauptbahnhof nach rechts in die Rosenaustraße. Stadteinwärts kommt die Straßenbahn einspurig aus der Hörbrotstraße (rechts von dem grünen Haus) zum Hauptbahnhof.

Die Stadtwerke Augsburg haben am Montag die Genehmigungsunterlagen für das sogenannte Planfeststellungsverfahren der Linie 5 bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Ursprünglich wollten die Stadtwerke das bereits Anfang 2016 machen. Nach rund fünf Jahren der Diskussion und Prüfung umfassen die Unterlagen 30 Aktenorder und zwölf Gutachten für die 1,2 Kilometer lange Straßenbahnlinie.

Grünes Licht für die Linie 5 hatte der Augsburger Stadtrat am vergangenen Donnerstag in seiner letzten Sitzung des Jahres mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CSU und Grüne gegeben. Mit 23 Stimmen sprachen sich fast alle Stadträte der übrigen Parteien gegen den Beschluss und für eine intensivere Prüfung weiterer Varianten aus.

Mit der Abgabe einer digitalen Version sowie 30 Aktenordnern mit sechs Ausführungen der Unterlagen in sechs Umzugskartons liegt das Verfahren zur Genehmigung nun in der Hand der Regierung von Schwaben. Der Antrag auf Genehmigung umfasst den ersten Teil der Linie 5 zwischen Hauptbahnhof und der Bürgermeister-Ackermann-Straße kurz nach der Wertachbrücke. Zwischen Hauptbahnhof und Luitpoldbrücke wird die Trasse auch von der bestehenden Linie 3 Richtung Pfersee und Stadtbergen genutzt.

Die Linie 5 Richtung Uniklinik wird nach den Plänen der Stadtwerke zwischen Hauptbahnhof und Holzbachstraße geflügelt. Das heißt, sie verläuft stadtauswärts über die Rosenau- und Pferseer Straße, stadteinwärts über die Perzheim und Hörbrotstraße.

33 mögliche Varianten für die Augsburger Linie 5 sind geprüft worden

Diese Flügelung war auch das Ergebnis eines Bürgerdialogs mit Planungsworkshops unter dem Titel „Go West“ im Jahr 2014. Seither wurden insgesamt 33 mögliche Trassenvarianten für den Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Bürgermeister-Ackermann-Straße untersucht. Inhalt der eingereichten Unterlagen sind eine Vielzahl von Plänen, wie technische Lage- und Höhenpläne, Spartenpläne, Fahrleitungspläne oder Bauwerkspläne. Zwölf Gutachten externer Fachbüros sind Bestandteil der Unterlagen, wie etwa Umweltverträglichkeitsgutachten zu Boden, Wasser, Pflanzen, Tieren oder Kulturgütern, aber auch Verkehrs- oder Erschütterungsgutachten sowie Gutachten zu Schallentwicklung und die Auswirkungen auf Anwohner.

Die Regierung von Schwaben prüft das Vorhaben nun auf Herz und Nieren, bevor letztlich über die Zulassung entschieden wird. So findet ein Anhörungsverfahren mit Institutionen, Ämtern oder Vereinen, den sogenannten „Träger öffentlicher Belange“ statt, und die Unterlagen werden öffentlich ausgelegt. In diesem Beteiligungsverfahren haben betroffene Bürger die Möglichkeit, Einwendungen zu erheben. "Die Dauer dieses Verfahrens lässt sich im Vorfeld nicht abschätzen", teilen die Stadtwerke mit.

Linie 5 soll erst im Jahr 2026 in Betrieb gehen

Erst wenn schließlich der Planfeststellungsbeschluss und damit die umfassende Genehmigung für das Vorhaben erfolgt ist, kann mit der Detailplanung, der europaweiten Ausschreibung für die Bauarbeiten und mit dem Bau der Trasse begonnen werden. Die reine Bauzeit in diesem verkehrsreichen Abschnitt geben die Stadtwerke mit rund zwei Jahren an, die Fertigstellung und Inbetriebnahme dürfte "nicht vor dem Jahr 2026 erfolgen". Bis dahin soll auch die Linie 3 durch den Hauptbahnhof fahren.

"Die Straßenbahnhaltestelle sowie der Tunnel unter dem Hauptbahnhof gehen 2023 in Betrieb", so das Kommunalunternehmen. Die Haltestelle im zweiten Untergeschoss unter den Gleisen der Deutschen Bahn ist dann voll funktionsfähig, der Umstieg zwischen Zug und Tram auf kurzen Wegen über Aufzüge und Rolltreppen ist gegeben. Die Linien 4 und 6 und damit zwei der drei vorgesehenen Straßenbahnlinien werden bereits in der Hauptbahnhof-Haltestelle halten und über die unterirdische Wendeschleife wenden. Und auch der Zugang für Fußgänger vom Thelottviertel in den Hauptbahnhof wird möglich sein.

Die geplante Teil-Strecke der Linie 5 ist 1,2 Kilometer lang und die Nettokosten werden auf rund 22,7 Millionen Euro geschätzt. Parallel treiben die Stadtwerke den zweiten Abschnitt der Linie 5 zwischen der Wertachbrücke an der Ackermannstraße und dem Uniklinikum weiter voran. (pm)

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