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Was macht Moore für die Zukunft so wertvoll?

Beim Besuch des Erlebnispfads im Leipheimer Moos zeigt sich die Natur von der besten Seite.

Ob Eierkartons, Kaffeeverpackungen oder Dämmstoff, im Anbau von Moorpflanzen steckt viel Potential. Projekte wie "MOORuse" forschen an nachhaltigen und natürlichen Alternativen zu konventionellen Produkten.

"Das Gras im Torf kann zu Papier oder Baumaterialien verarbeitet werden, um beispielsweise Dämmstoffe und Verpackungen herzustellen", so Dr. Ulrich Mäck, der Geschäftsführer des Vereins ARGE Donaumoos. Zwischen Langenau und Gundelfingen erstreckt sich einer der größten Niedermoorkomplexe der Donauebene - das Schwäbische Donaumoos. Moore speichern CO2 und bieten eine einzigartige Flora und Fauna. Wenn Moore jedoch konventionell genutzt werden, sind sie für fünf Prozent der deutschen Gesamtemissionen zuständig und damit sogar klimaschädlich. Im Moment werden 95% der Moorböden konventionell genutzt. Um klimafreundlichere Nutzungen der Moore zu entwickeln, beteiligt sich die ARGE Donaumoos an vielen Kooperationen und Förderprojekten.

Projekt „MOORuse“

Im Projekt „MOORuse“ arbeitet der Verein eng mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zusammen. Das Projekt wird größtenteils mit Landesgeldern und den „EFRE-Fonds“ der EU finanziert. Ziel des Projektes ist nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten für Niedermoore zu entwickeln. Mit der Bewässerung soll nicht nur das Gebiet geschützt und das Klima geschont werden, sondern es wird auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der möglichen Produkte überprüft. Dabei wird nährstoffarmes Saatgut wie Rohrkolben, Rohrglanzgras und Schilf in sogenannten Paludikulturen angebaut. Die regenerativ angebauten Pflanzen werden im Bau als Prototyp für ein Dämmmaterial für Häuser benutzt. Das luftige Material ist eine natürliche Alternative zu synthetischen Dämmstoffen. Interessant ist auch, dass man einige der Moorpflanzen um 20 bis 30 Prozent als Beimischung zu Biogasanlagen verwenden kann, ohne nennenswerte Ertragsbuße. Des Weiteren kann man aus Seggen- und Rohrglanzgras Papier herstellen und daraus Verpackungen produzieren. Dies schont den wertvollen Rohstoff Holz. Auf lokaler Ebene ist die Produktion der Baumaterialien bereits in Planung: Die Baufirma Bendl in Günzburg arbeitet eng mit der ARGE Donaumoos zusammen und plant eine mehrjährige Kooperation.

Klimaschutz und Moore

Weitere Klimaschutzprojekte wie das EU-Projekt „MIXED“ und „MoKli“ arbeiten daran ein Netzwerk für Zusammenarbeit zu schaffen. „Fakt ist, dass Moore nur an bestimmten Stellen da sind, aber jedem helfen“ erklärt Dr. Mäck. Eine der größten Hürden ist die Gewichtung des Themas in der Politik. Die Moore werden zwar vom Freistaat und mit EU-Geldern unterstützt, jedoch regelt das bisher nicht die Umstellung auf nasse landwirtschaftliche Nutzung. Die Landwirte bräuchten laut Dr. Mäck mehr finanzielle Unterstützung, um die Ackerflächen zum Bewässern freigeben zu können. Dies geht auch nicht mit Förderungen Einzelner. Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Unterstützung und Vollfinanzierung. (ak/staz)

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