Region: Augsburg Stadt

Mehr ehrenamtliche Helfer für die Augsburger Polizei

Die Polizei in der Innenstadt soll künftig Unterstützung von der Sicherheitswacht bekommen.

Die Stadt Augsburg will die ehrenamtliche "Sicherheitswacht", die bislang in einigen Stadtteilen tätig war, nun auch ins Stadtzentrum ausweiten. Dafür hat sich am Mittwoch der Allgemeine Ausschuss des Augsburger Stadtrats ausgesprochen. In der Sicherheitswacht engagieren sich Ehrenamtliche, um die örtlichen Polizeiinspektionen in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Bisher hat sich die Sicherheitswacht in Augsburg in den Stadtteilen Haunstetten, Herrenbach- beziehungsweise Schäfflerbachviertel, Univiertel, Lechhausen und Oberhausen etabliert. Die erste Sicherheitswacht wurde 1995 in Haunstetten gegründet, die anderen Standorte folgten. Laut dem Ordnungsreferat sind im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord inzwischen über 100 Sicherheitswächter im Einsatz, 30 davon im Augsburger Stadtgebiet.

Möglich ist das dank dem bayerischen Sicherheitswachtgesetz aus dem Jahr 1996, nachdem Bürger die Polizeiinspektionen ehrenamtlich unterstützen können, wenn sie entsprechende Voraussetzungen erfüllen: Sicherheitswächter in Augsburg müssen unter anderem zwischen 18 und 67 Jahre alt sein, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung haben, und laut Gesetz "jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinn des Grundgesetzes und der Verfassung eintreten". Nach einem erfolgreichen Auswahlgespräch werden sie von der Polizei ausgebildet.

Die Sicherheitswacht soll laut der Beschlussvorlage der Stadt als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei als zusätzliche "Augen und Ohren" für die Beamten dienen. Sie hielten dabei stets Kontakt zur Polizei und könnten so dafür sorgen, dass in Notlagen oder Gefahrensituationen schnell Hilfe alarmiert und geleistet werden kann. "Die Sicherheitswacht ergänzt auf diese Weise die Polizeiarbeit und ist ein Beispiel für aktives Bürgerengagement", so das Ordnungsreferat.

In Augsburg laufe das seit Jahren reibungslos. In diesem Jahr wandte sich das Polizeipräsidium Schwaben-Nord nun an die Stadt, um die Sicherheitswacht auch auf den Bereich der Polizeiinspektion Augsburg Mitte auszuweiten, der im wesentlichen die Augsburger Innenstadt umfasst. Gewünscht sei das aufgrund der positiven Erfahrungen, die die Polizei bislang mit den Ehrenamtlichen gemacht habe. In der Innenstadt gebe es mit öffentlichen Parks und Grünanlagen, Haltestellen, Tiefgaragen, Kinderspielplätzen, Klinikgeländen und Schulen zahlreiche Orte, an denen eine verstärkte Präsenz, wie sie durch die Sicherheitswacht entstehen kann, förderlich sei. Die Sicherheitswacht erhöhe laut Polizei außerdem das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Auf die Planstellen des Polizeipräsidiums haben die ehrenamtlichen Helfer keinen Einfluss. Eine Stärkung der Polizei ist laut Stadt ebenfalls notwendig: Bis 2025 sollen im Bereich Schwaben Nord insgesamt 2154 Stellen besetzt sein. Die Stadtverwaltung begrüßt aber auch eine Ausweitung der Sicherheitswacht: "Das bürgerschaftliche Engagement der Sicherheitswacht in enger Abstimmung mit der Polizei, auf einer eindeutigen rechtlichen Grundlage und durch geeignete Personen, gerade unabhängig von der Staatsangehörigkeit, ist eine geeignete Maßnahme für eine positive und vom Gedanken der ganzheitlichen Prävention getragenen Entwicklung", heißt es in der Beschlussvorlage. Besonders Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund fühlten sich Umfragen zufolge in Augsburg nicht immer sicher. Dabei könne auch die Sicherheitswacht helfen.

Die Augsburger CSU reagierte in einer Pressemitteilung auf die positive Entscheidung im Ausschuss. "Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Sicherheitswacht engagieren, sind für Bürgerinnen und Bürger da. Die Sicherheitswacht ist damit bürgerschaftliches Engagement im besten Sinne", wird darin der Fraktionsvorsitzende Leo Dietz zitiert. Die Sicherheitswacht sei inzwischen ein etablierter Bestandteil der bayerischen Sicherheitspolitik, und die Erweiterung in den Innenstadtbereich sei ausdrücklich zu begrüßen.

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