Region: Augsburg Stadt

Naturschutz mitten in der Stadt: Augsburger Windprechtpark bekommt Blühwiese und Weidetiere

Der Windprechtpark im Augsburger Antonsviertel: Die Buche im rechten Bild mit einem Stammumfang von fast vier Metern müsste bei einer kompletten Öffnung des Parks aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden. Daher soll nun nur ein kleiner Bereich des Parks für Besucher geöffnet werden.

Der Windprechtpark im Augsburger Antonsviertel ist seit Jahren geschlossen. Nun übernimmt der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg die Pflege des Parks; denn dieser sei ein "ökologisch wertvolles Areal", wie der Verband betont. Ziel sei der Erhalt des Altbaumbestandes. Insektenfreundliche Blühflächen sollen den Park zusätzlich aufwerten. Eine Beweidung mit Ziegen ist in Planung. Nur ein kleiner Bereich des Parks soll für Besucher geöffnet werden, der Rest bleibe der Natur vorbehalten, erklärt der Landschaftspflegeverband.

Der Windprechtpark ist ein rund zwei Hektar großer Landschaftspark. Einst gehörte der in den 1880er Jahren angelegte Park zum ehemaligen Garnisonslazarett an der Windprechtstraße im Antonviertel. Der Park ist im Eigentum des Freistaates. Bis Ende 2019 war der Staatsbetrieb „Immobilien Freistaat Bayern“ für das Gelände zuständig. Da aufgrund des hohen Totholzanteils im Baumbestand die Verkehrssicherung nicht mehr garantiert werden konnte, hatte der Betrieb den Park im Jahre 2015 geschlossen.

„Immobilien Freistaat Bayern“ gab zuletzt eine Begutachtung des Baumbestands in Auftrag. Das Ergebnis: Vor einer Öffnung des Parks für den Publikumsverkehr müssten zahlreiche Bäume aus Gründen der Verkehrssicherung entfernt oder stark zurückgeschnitten werden. Da aber ein Erhalt des Altbaumbestandes oberste Priorität habe, soll nun nur ein Teil des Parks für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Am 1. Januar 2020 sei der Windprechtpark an das Bayerische Umweltministerium übertragen worden, das wiederum den Bayerischen Naturschutzfonds mit der Bewirtschaftung der Fläche beauftragt habe, berichtet der Landschaftspflegeverband. Ziel der Flächenübertragung sei die Sicherung und Entwicklung der ökologisch bedeutsamen Fläche im Sinne des Naturschutzes. Der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg soll als Partner vor Ort bei dieser Aufgabe unterstützen.

Kleinod für Vögel, Fledermäuse, Hasen und Igel

Das Besondere am Windprechtpark sei sein Altbaumbestand, zu dem unter anderem Buchen mit einem Stammumfang von rund vier Metern gehören, erklärt der Verband. Unzählige von Spechten gezimmerte Baumhöhlen bieten einer Vielzahl an Vögeln und Fledermäusen Brutmöglichkeiten. Abgestorbene Bäume und Äste sind Lebensraum totholzbewohnender Insektenarten. Im Park leben außerdem Igel, Marder und sogar Feldhasen.

Der Baumbestand mit seinen wertvollen Anteilen an Totholz könne nur erhalten werden, wenn der Park weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen bleibt, betont der Verband. Dennoch soll es künftig möglich sein, einen Blick in den Park zu werfen. Ein kleiner Teilbereich soll für Besucher geöffnet werden. Vorgesehen ist auch die Einrichtung von Informationstafeln zur Geschichte und naturschutzfachlichen Bedeutung des Parks. Auf einer kleinen Lichtung wird eine Blühwiese entwickelt. Dazu wurde in den vergangenen Tagen Strauchaufwuchs entfernt. Ziel ist es, Ziegen einzusetzen, die dafür sorgen, dass Sträucher die wertvolle Krautschicht nicht überwuchern und der parkartige Charakter des Windprechtparks erhalten bleibt. (pm)

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