Region: Augsburg Stadt

Neubau der Kinderklinik Josefinum eröffnet im Sommer

Ende Mai soll der Neubau des Josefinum voraussichtlich in Betrieb genommen werden.

An der Augsburger Kinderklinik Josefinum soll im Sommer ein Neubau eröffnen, an dem das Krankenhaus seit 2017 arbeitet. Das Gebäude beinhaltet unter anderem neue Räume für die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie eine neue Familienstation. Im Zuge einer Führung durch den Neubau stellte das Josefinum nun den aktuellen Stand der Baumaßnahme und die Pläne für das Gebäude vor.

Noch ist der Platz vor dem neuen Eingang, der künftig einmal der Haupteingang der Kinderklinik werden soll, gefüllt mit Baumaschinen, Bauzäunen und Containern. Auf der Freifläche soll aber mal eine Parkanlage entstehen, erklärt Verwaltungsdirektor Bernd Lechner, denn Spaziergänge seien im städtischen Umfeld der Klinik "bisher etwas schwierig" gewesen. Auch im Inneren ist noch einiges zu tun, doch es geht bereits an den Feinschliff: Böden werden verlegt, die Zimmer eingerichtet. In den Gängen sind die ersten farbigen Verkleidungen zu sehen. Es sehe inzwischen halt "schon richtig nach Klinik aus", sagt Pflegedirektorin Sabine Berninger. Ende Mai soll der Betrieb voraussichtlich beginnen.

Seit 2017 baut der Träger, die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg (KJF) an dem Neubau mit mehreren Stationen auf sieben Stockwerken. Die Baumaßnahme ist Teil einer umfangreichen Sanierung des Klinikums. So entstanden im ersten Bauabschnitt zwischen 2010 und 2013 ein Bettenersatzbau für die Frauenklinik und ein Anbau für die Radiologie. Seit 2014 wird auch das Bestandsgebäude mit Stationen, Kreißsälen, Operationsbereich, Labor und Küche, die größtenteils noch aus den 1960er-Jahren stammten, renoviert. Wenn in diesem Sommer dann etwa die Kinder- und Jugendpsychiatrie umzieht, werden die ursprünglichen Stationen im Altbau saniert. So könne man das Krankenhaus "im laufenden Betrieb" erneuern, so Geschäftsführer Sebastian Stief.

Im zweiten und dritten Stock des Neubaus entsteht die Station für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik. Je Stockwerk wird künftig Platz sein für acht junge Patienten ab 3 Jahren. Jeweils vier der Patienten können mit den Eltern aufgenommen werden. Behandelt werden etwa Kinder mit Störungen im Sozialverhalten oder Autismus. Jeweils 14 Plätze pro Stockwerk gibt es außerdem für Jugendliche. In diesem Bereich werden unter anderem Essstörungen behandelt. Im Schnitt verbringen die Patienten drei Monate in der Klinik. Die Räume seien deshalb wohnlich eingerichtet mit eigenem Bad, es gibt Gemeinschaftsräume und -küchen. "Die Kinder sollen sich hier wohlfühlen", erklärt Pflegedirektor Thorsten Wagner. Man wolle erreichen, "dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie etwas von der Stigmatisierung verliert".

In der Familienstation entstehen unter anderem Räume, in der sowohl die Mutter als auch der Vater nach der Entbindung bleiben können. Für das zweite Elternteil gibt es ein Couchbett – "damit man tagsüber eine normale Wohnsituation hat", erklärt Sabine Berninger. Die Klinik biete künftig also Räume, "wo man die ersten Tage als frischgebackene Familie verbringen kann". Wenn das Baby behandelt werden müsse, könne die Mutter aber auch auf der jeweiligen Station des Kindes aufgenommen werden - nicht möglich ist dies aktuell nur bei der Intensivstation.

Die Klinik rechnet mit Gesamtkosten von rund 200 Millionen Euro für das Projekt, der Freistaat Bayern fördert es mit 50 bis 60 Prozent. Im nächsten Bauabschnitt, der Mitte 2022 starten soll, sollen weitere Stationen und Ambulanzen für die Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie entstehen, sowie eine neue Kinderintensivstation (Neonatologie) und eine Notaufnahme. Am Ende das Projekts wolle man die größte Neonatologie Schwabens anbieten, die auch über spezielle Zimmer für Familien verfügt. Dann müssen frischgebackene Mütter im Josefinum laut Berninger in keiner der Stationen mehr von ihren Kindern getrennt werden.

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