Region: Augsburg Stadt

Neuer Hengst im Stadtwald: Xarope aus Tschechien ergänzt nun die Wildpferdherde

Gut aufgenommen: Przewalskipferd Solongo (links) kümmert sich um Xarope (rechts) und beschützt ihn vor zu aufdringlichen Annäherungsversuchen

Ein neues Przewalskipferd ist am Montag im Beweidungsprojekt des Landschaftspflegeverbands angekommen. Der am 25. Oktober 2018 im Zoo Prag geborene Hengst mit dem Namen Xarope kam aus dem tschechischen Dolní Dobrejov – einer Außenstelle des Prager Zoos, die speziell zur Haltung von Przewalskipferden genutzt wird.

"Wir hoffen, dass sich Xarope gut in unsere Hengstgruppe eingliedern wird", sagt Norbert Pantel, Projektleiter beim Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg. Damit besteht die Augsburger Wildpferdherde nun wieder aus fünf Tieren. Xarope ist in Augsburg übrigens das zweite Przewalskipferd aus Dolní Dobrejov – auch der im Jahr 2018 nach Augsburg gekommene Ulaanbaatar stammt von dort. Ulaanbaatar habe sich inzwischen sowohl körperlich als auch in Bezug auf sein Verhalten hervorragend entwickelt und schickt sich an, langsam aber sicher die Führung der Augsburger Junggesellengruppe zu übernehmen. "Ulaanbaatar wird mit ziemlicher Sicherheit das nächste Pferd sein, das wir der Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für einen Wechsel in eine Haremsgruppe vorschlagen werden", erläutert Pantel.

Der Prager Zoo, in dem Xarope geboren wurde, koordiniere auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Przewalskipferde und führe auch schon seit 1959 das internationale Zuchtbuch für Przewalskipferde - eine Arbeit, die maßgeblich zur Rettung der letzten Wildpferde beigetragen habe, ergänzt Barbara Jantschke, Direktorin des Augsburger Zoos.

Der neue Junghengst Xarope soll so lange in Augsburg bleiben, bis es alt genug ist, um im Zuge des Zuchtprogramms in einem anderen Zoo für Nachwuchs zu sorgen. Auch in der Natur werden junge Przewalskipferdhengste im Alter von ein bis zwei Jahren von ihren Vätern aus ihrer Geburtsgruppe vertrieben und schließen sich dann sogenannten Junggesellengruppen an, in denen sie die Verhaltensweisen lernen, die sie brauchen, um später mit einer Stutengruppe zusammenleben zu können. Im Erhaltungszuchtprogramm wird diesem Verhalten mit dem Vorhalten reiner Hengstgruppen Rechnung getragen. Da der Platz in den Zoos aber begrenzt ist, befinden sich viele Hengstgruppen in sogenannten "Semi-Reservaten" in Naturschutzgebieten, wie dem Beweidungsprojekt im Augsburger Stadtwald. (pm)

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