Region: Augsburg Stadt

Ohne Krankenversicherung zum Arzt - BRK Augsburg-Stadt sucht für neues Angebot MedizinerInnen und Equipment

StaZ-Reporter Claudia Wohlhüter
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Auch in Augsburg gibt es Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht krankenversichert sind. Sie will der BRK Kreisverband Augsburg-Stadt ab Herbst mit einem neuen Angebot unterstützen.

Quälende Magenkoliken, rasende Zahnschmerzen, hohes Fieber – in solchen Situationen gehen wir zum Arzt. Doch was ist mit Menschen, die weder eine Krankenversicherung noch Geld für eine ärztliche Versorgung haben? Der BRK Kreisverband Augsburg-Stadt will ab Herbst für Unversicherte in Augsburg eine niederschwellige, anonyme medizinische Versorgung anbieten. Denn: Gesundheit ist ein Menschenrecht.

In Deutschland gilt zwar eine gesetzliche Versicherungspflicht. Trotzdem gibt es Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht krankenversichert sind. „Das sind z.B. in Not geratene EU-BürgerInnen oder Geflüchtete, die im Sozialsystem noch nicht erfasst sind, sowie unversicherte ausländische Touristen. Aber auch immer mehr Deutsche fallen ohne böse Absicht und ungewollt durch das Raster“, erklärt Tatjana Asmuth, stellvertretende Bereichsleiterin für Soziales beim BRK Augsburg-Stadt. Betroffen sind etwa StudentInnen nach Überschreiten der Regelstudienzeit.  Selbständige, welche die Beiträge nicht mehr zahlen können. Oder Menschen ohne festen Wohnsitz mit oft tiefsitzender Angst vor Behörden.

Wie groß ist der Bedarf in Augsburg?

Wer keine Versicherung und kein Geld hat, lebt mit ständiger Angst vor einer Erkrankung und scheut auch im Notfall den Weg zum Arzt – mit womöglich fatalen Folgen für die Gesundheit. Aus dieser prekären Situation will der BRK Augsburg-Stadt Unversicherte mit einer offenen, anonymen Sprechstunde ab Herbst herausholen. Gestartet wird mit einem Allgemeinarzt, der ehrenamtlich Allgemeinversorgung und Basistherapie anbietet. „Wir suchen nun weitere MedizinerInnen, gerne auch SpezialistInnen, allen voran GynäkologInnen, ZahnärztInnen, Augen-ÄrztInnen sowie Sprechstundenhilfen, die bereit sind, Unversicherte ehrenamtlich zu behandeln. So soll ein Netzwerk entstehen, auf das wir zurückgreifen können. Wie groß der Bedarf in Augsburg tatsächlich ist, daran müssen wir uns langsam herantasten“, so Tatjana Asmuth.  Außerdem benötigt das BRK Augsburg-Stadt für das Projekt „Gesundheit ist ein Menschenrecht“ medizinische Geräte wie ein EKG- oder Ultraschallgerät z.B. aus Praxisauflösungen.

Kontakt: Mediziner, Sprechstundenhilfen und Menschen, die das BRK-Projekt mit Sach- oder Geldspenden unterstützen wollen, können sich an Tatjana Asmuth wenden. Per E-Mail an asmuth@szaugsburg-stadt.brk.de oder via Tel. 0821/80 877-26.

Info: Laut statistischem Bundesamt leben rund 80 000 Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung. Die tatsächliche Zahl dürfte aber weitaus höher sein, denn Obdachlose oder Illegale werden in der Statistik nicht erfasst.

 

 

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