Region: Augsburg Stadt

So ergeht es den Pflegediensten in der Corona-Krise

Pflegedienstleiterin Ulrike Hopfes von der Sozialstation Augsburg-Hochzoll/Friedberg ist stolz auf ihre engagierten Mitarbeiter.

Pflegekräfte, ob bei Sozialstationen oder in stationären Altenpflegeeinrichtungen, stehen derzeit wegen des Coronavirus unter einem besonderen Druck. Ihr Dienst erfordert es, die Nähe zu den ihnen anvertrauten Menschen zu suchen. Den geforderten Abstand von eineinhalb bis zwei Meter können und dürfen sie nicht einhalten, wenn sie beispielsweise eine Spritze setzen oder einen Wundverband anlegen müssen. Arbeit zuhause im Homeoffice ist für sie undenkbar. Und sie erleben derzeit eine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie nie zuvor. Von allen Seiten werden sie gelobt. Doch wie sieht die Stimmung unter den Pflegekräften tatsächlich aus?

„Die Stimmung ist gut“, sagt Jörg Fröhlich, Geschäftsführer der Elisabethenstiftung und damit des Psychiatrie- und Pflegezentrums in Lauingen an der Donau. Er ist stolz auf sein Team von insgesamt 260 Mitarbeitern: „Sie alle packen mit an.“

Marion Wolf, Pflegedienstleitung der Caritas Sozialstation Memmingen, berichtet von einer „sehr positiven Stimmung“. Es liegen ihr bei den 54 Mitarbeitern ihres Teams auch keine Krankmeldungen vor. „Jede Pflegekraft ist sich der extremen Situation sehr bewusst“, sagt Wolf. So sieht es das Team der Pflegekräfte auch in Donauwörth und Umgebung, wie Antje Schober, Geschäftsführerin der Caritas Sozialstation Donauwörth, mitteilt. „Natürlich ist die Situation jetzt für alle mit zusätzlicher Anstrengung verbunden. Was dabei jetzt aber zählt, ist, dass das Team in sich geschlossen ist und zusammenhält.“

Auch in Tutzing freut sich der Geschäftsführer des Ambulanten Krankenpflegevereins, Armin Heil, über sein 100-Köpfe-zählendes Team. „Ich bin regelrecht begeistert. Alle Mitarbeiter sind hoch motiviert und sie erfüllen ihren Dienst in wunderbarer Weise“. Er stellt auch mehr Flexibilität bei ihnen fest. Egal, ob sie im ambulanten Dienst oder in der Tagespflege, die mit einer Notgruppe aufrechterhalten werden musste, sie helfen sich alle untereinander aus.

Yujin Li leitet die stationäre Altenpflegeeinrichtung Haus Tobit in Elchingen und ist Geschäftsführender Vorstand der Ökumenischen Sozialstation Elchingen. Sie ist verantwortlich für 55 Mitarbeitende im Haus Tobit, für 15 in der ambulanten Pflege und für fünf weitere Personen, die für das Essen auf Rädern verantwortlich. Sie macht die gleiche Erfahrung mit ihren Teams wie Heil in Tutzing. „Es ist für mich als Führungskraft richtig schön und sehr angenehm erleben zu dürfen, wenn die Allgemeinheit in eine Notlage versetzt ist, alle Mitarbeitende höchste Aufmerksamkeit dafür zeigen und gleichzeitig so gut zusammenhalten.“ Eine langjährige Mitarbeiterin, die jetzt in Rente gegangen ist, habe ihr angeboten, dass sie sofort mit einspringe, wenn sie gebraucht werde. Die Zeit in der Corona-Krise mache ihr einmal mehr deutlich, dass der Pflegedienst in normalen Zeiten nicht richtig geschätzt würde.

Eine Krise kann Teams zusammenschweißen. Das erlebt jetzt Ulrike Hopfes. Sie ist die Pflegedienstleitung der Sozialstation Augsburg-Hochzoll/Friedberg und Umgebung. „Wenn Du mich brauchst, ruf mich einfach an“, höre sie immer wieder aus den Reihen der Pflegekräfte, auch wenn sie gerade frei haben oder im Urlaub sind. Einzelne seien derzeit wegen einer anderen Erkrankung (nicht wegen des Corona-Virus) zuhause, würden es aber bedauern, dass sie derzeit nicht mit helfen könnten.

Auch im Neusässer Caritas-Seniorenzentrum Notburga der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH – Altenhilfe herrscht laut ihrem Leiter Martin Gedon eine „erstaunlich gute Stimmung“. Alle in seinem Team würden in der Corona-Krise eine große und besondere Herausforderung sehen, der sie aber bereit seien sich mit großer Aufmerksamkeit zu stellen. „Es drückt sich hier keiner“, lobt er. (pm)

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