Region: Augsburg Stadt

Vertrag unterzeichnet: Bayerns erster Wasserstoffzug wird zwischen Augsburg und Füssen fahren

Der Wasserstoffzug "Mireo Plus H" soll ab 2024 auch Fahrgäste mitnehmen.

Der geplante Testbetrieb eines Wasserstoffzuges zwischen Augsburg und Peißenberg sowie Augsburg und Füssen ist nun laut der Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) "unter Dach und Fach". Bayerns erster Wasserstoffzug soll ab 2023 im Testbetrieb fahren und spätestens ab Januar 2024 auch Fahrgäste transportieren.

Die Absichtserklärung, den Zug testweise auf der Strecke zwischen Augsburg und Füssen fahren zu lassen, hatten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und Vertreter der "Siemens Mobility"-GmbH und der Bayerischen Regiobahn im Juli vergangenen Jahres unterschrieben. Nun ist der Testbetrieb wohl gesichert. Wie die BEG berichtet, soll ein Prototyp des Zuges "Siemens Mireo Plus H" 30 Monate lang auf den Strecken Augsburg – Weilheim – Peißenberg, Augsburg – Kaufering und Augsburg – Kaufbeuren – Füssen fahren.

Einzelne Fahrten sollen im regulären Fahrgastbetrieb der Bayerischen Regiobahn (BRB) stattfinden. Die entsprechende Vereinbarung hätten nun die BEG und die BRB unterzeichnet. Die Absichtserklärung von Bayerischer Staatsregierung, Siemens Mobility und BRB aus dem letzten Jahr sei somit nun in einen konkreten Vertrag übergegangen.

"Ich freue mich, dass der Testbetrieb nun unter Dach und Fach ist", wird Bayerns Verkehrsminister und BEG-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Bernreiter in einer Pressemitteilung zitiert. "Das wird ein Mobilitäts-Aushängeschild für den Freistaat und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu klimaneutralen Antriebstechniken im bayerischen Regionalverkehr."

Bevor Wasserstoffzüge in ganz Bayern im Regelbetrieb fahren, wolle man zunächst deren Alltagstauglichkeit ausführlich testen, erklärt Thomas Prechtl, Sprecher der Geschäftsführung der BEG, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert. "Denn der Einsatz im Freistaat mit seinen vielen kurven- und neigungsreichen Strecken stellt besondere Ansprüche an die Züge. Der Testbetrieb südlich von Augsburg ist dafür prädestiniert."

Wasserstoffzüge gewinnen Strom mit Hilfe von Brennstoffzellen und stoßen dabei lediglich Wasserdampf aus. Sie gelten als möglicher Ersatz für Dieselzüge, die derzeit noch zahlreich auf nicht elektrifizierten Strecken im Einsatz sind. Insbesondere für lange Strecken, auf denen es keine Auflademöglichkeit für Batterie-Hybridzüge gibt, gelten sie als erste Wahl für einen dekarbonisierten Schienenpersonennahverkehr. (pm)

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