Region: Augsburg Stadt

WBG baut neue Firmenzentrale für 45,3 Millionen Euro

Die Visualisierung zeigt die neue Firmenzentrale der Wohnbaugruppe von der Reinöhlstraße aus.

Der Standort in der Rosenaustraße wird zu klein: Das Wohnbauunternehmen der Stadt Augsburg startet im Sommer mit dem Bau der neuen Firmenzentrale der Wohnbaugruppe. 45,3 Millionen Euro lässt sich die WBG die neue Zentrale kosten.

Seit Gründung der Wohnbaugruppe Augsburg 1927 befindet sich der Sitz des Unternehmens am Standort in der Rosenaustraße. "Mit Augsburgs Wachstum steigen auch die Anforderungen an die Wohnbaugruppe", erklärt die WBG. Bis zum Jahr 2026 soll der Bestand von 10.000 Wohnungen nämlich um 10 Prozent erweitert werden, so will es die Stadtpolitik.

"Anschließend stehen mit der Weltwiese und dem neuen Viertel Haunstetten-Südwest zwei größere Baugebiete auf der Agenda", so das städtische Unternehmen. Um das "umfangreiche Aufgabenpaket der Stadt zu erfüllen", will die WBG auch in eine neue Firmenzentrale "mit zeitgemäßen Arbeitsplätzen" investieren.

„Unsere Wohnbaugruppe sorgt für einen sozialausgewogenen Wohnungsmarkt, sichert die baufachliche Qualität vieler unserer Schulen und Kindertagesstätten und übernimmt wichtige städtebauliche Aufgaben wie die Entwicklung der ehemaligen Kasernenflächen", wird Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnbaugruppe Augsburg, Eva Weber, in der Pressemitteilung der WBG zitiert. "Um dies auch künftig zu gewährleisten, braucht es einen zukunftssicheren Standort, an dem das Unternehmen weiter wachsen kann – ein Schritt, von dem letztlich die ganze Stadtgesellschaft profitieren wird“, bekräftigt sie.

Kapazitätsengpässe im Schuberthof gibt es seit Jahren

In den Räumlichkeiten des Schuberthofs in der Rosenaustraße stoße das Unternehmen seit Jahren an seine Grenzen: Das Einzelbaudenkmal werde heutigen Anforderungen schon länger nicht mehr gerecht und schließe die Schaffung moderner, barrierefreier Arbeitsplätze durch bauliche Veränderungen aus. Zuletzt wurde 2019, um dringenden Platzbedarf zu decken, ein Büropavillon aus Containern im Innenhof errichtet und das Rechnungswesen dorthin ausgelagert.

Rund 100 der 172 Mitarbeiter arbeiten in der Zentrale. Die Verwaltung des wachsenden Bestands – aktuell befinden sich rund 500 Wohnungen im Bau – und die Durchführung umfassender Sanierungsprojekte für energieeffizientere Wohnungen seien "nur durch weiteres personelles Wachstum und moderne Arbeitsplätze zu stemmen. Beides kann an der Rosenaustraße nicht realisiert werden", betont die Wohnbaugruppe.

Bei der Wahl des neue Standorts fiel die Entscheidung auf das Grundstück an der Ecke Bürgermeister-Ackermannstraße / Reinöhlstraße. Damit trägt die Adresse der Wohnbaugruppe Augsburg künftig den Namen ihres Gründervaters, Friedrich Ackermann. Die neue Firmenzentrale ermögliche es dem Unternehmen außerdem, seine beiden Standorte zu vereinen, was Wohnpotenzial freisetzen soll: Die Büroräume sollen ihrer historischen Bestimmung zugeführt und zu zehn Wohnungen zurückgebaut werden. Auf dem Gelände der Werkstatt in der Schillstraße sei die Errichtung von 118 Wohnungen bereits durch einen bestandskräftigen Bauvorbescheid gesichert.

45,3 Millionen Euro soll die neue Zentrale kosten

Die aktuelle Kostenberechnung für die neue Zentrale belaufe sich auf circa 45,3 Millionen Euro. Ersten Planungen nach hätte der Baubeginn bereits im Frühjahr 2021 erfolgen sollen. Mit seinen sieben Stockwerken überschreitet der Neubau die Hochhausgrenze, was planerische Anpassung zur Folge hatte. Das Gebäude beherbergt künftig auch den Werkstattbetrieb mit fünf unterschiedlichen Gewerken.

Da die neue Firmenzentale "den höchsten energetischen Standard für Nichtwohngebäude" erfülle, stünden die Chancen gut, einen Zuschuss von der neu aufgelegten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zu erhalten, erklärt das Wohnbauunternehmen. Es könnte sich eine Fördersumme von rund 3,7 Millionen Euro ergeben. Anträge können aber erst ab Juli eingereicht werden, die Vergabe von Aufträgen erst danach erfolgen. Für die Nachhaltigkeit des Gebäudes werde zudem die DGNB-Gold-Zertifizierung angestrebt.

Unabhängig von der potenziellen Fördersumme werde mit ersten Arbeiten voraussichtlich Mitte Juli gestartet. „Wir rechnen damit, unseren neuen Standort im Sommer 2024 zu beziehen“, prognostiziert Geschäftsführer Mark Dominik Hoppe (pm/red)

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