Region: Augsburg Stadt

Wegen Trockenheit: Baum stürzt an der Kahnfahrt in den Stadtgraben

Eine 60 Jahre alte Robinie ist am Sonntagnachmittag umgekippt und in den Äußeren Stadtgraben in der Nähe der Kahnfahrt gestürzt.

Wie sehr die anhaltende Hitze und Trockenheit der Natur zu schaffen macht, hat sich am Sonntagnachmittag in Augsburg gezeigt. Unweit der Kahnfahrt ist ein Baum umgekippt und in den Äußeren Stadtgraben gestürzt. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand, denn die Personen in zwei Ruderbooten konnten noch rechtzeitig ausweichen. Die Stadt erneuert unterdessen ihre Warnung, Bereiche unter Bäumen zu meiden.

Bereits Ende Juli hatte die Stadt Augsburg vor der Gefahr von Grünastbrüchen im Stadtgebiet aufgrund der anhaltenden Trockenheit und Hitze gewarnt und dazu aufgerufen, Bereiche unter ausladenden Bäumen unbedingt zu meiden. Nach Angaben des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) ist für den plötzlichen Grünastbruch nahe der Kahnfahrt das "Abreißen des Verdunstungssoges" verantwortlich. „Dadurch verändern sich die Spannungsverhältnisse im Holz des Baumes, was durch die akute Wasserknappheit ausgelöst wird“, erklärt Amtsleiterin Anette Vedder.

Mitarbeiter des AGNF waren bereits am verlängerten Wochenende wie auch am Dienstag vor Ort, um die Lage zu prüfen. Bei dem umgebrochenen Baumteil handelt es sich demnach um einen "bogenförmig gewachsenen Robinienstämmling" als Teil einer zweistämmigen Robinie. Aufgrund des Sturzes müsse nach Angaben der Stadt nun auch der andere Stämmling beseitigt werden. Der umgebrochene Stämmling war etwa 60 Jahre alt und stand am Oberhang eines vom Fischereiverein gepachteten Geländes an der Kahnfahrt.

Ein städtischer Baumpfleger kontrollierte laut der Stadt regelmäßig den Baum. Aktuell seien für den mehrstämmigen Baum keine Pflegemaßnahmen vorgesehen gewesen, da er "bis auf eine kleine Spechthöhle in großer Höhe keine äußerlich erkennbaren Schadsymptome aufwies", so die Stadt.

Weil der umgestürzte Baum auf nicht begehbarem Gelände liegt, soll er erst im September im Rahmen der regulären Baumpflegemaßnahmen vor Ort durch eine private Firma entfernt werden.

Wie die Stadt bereits Ende Juli betonte, könnten diese Grünastbrüche auch durch eine regelmäßige Baumkontrolle nicht vermieden werden. Im Stadtgebiet kommt es immer wieder vor, dass Bäume nicht mehr sicher stehen und umfallen. Im Juli vergangenen Jahres ereignete sich ein Unglück auf einem Spielplatz im Stadtteil Oberhausen.

Damals war ein 60 bis 80 Zentimeter dicker Baum knapp über dem Boden abgebrochen und hatte eine Mutter und ihr 22 Monate altes Kind eingeklemmt. Das knapp zweijährige Mädchen erlag wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Auch an dem vergangenes Jahr umgestürzten Baum wurden laut der Stadt im Vorfeld keine erkennbaren Schäden dokumentiert. (pb)

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