Region: Augsburg Stadt

Züge sind so voll, dass Menschen mit Rollstühlen keinen Platz finden

Anke Böttger (rechts) stellt der Vizebezirkstagspräsidentin Barbara Holzmann die Wünsche der Bewohnervertretung der Stiftung Sankt Johannes Schweinspoint vor.

Sie möchte als gehbehinderte einfach nur "von den Busfahrern ernst genommen werden", sagt Anke Böttger aus Neuburg. "Man spricht nicht mit uns auf Augenhöhe", beklagt Robert Stegner. Er lebt in einer Einrichtung der Stiftung Sankt Johannes Schweinspoint in Rennertshofen. Stegner wie Böttger nehmen am Projekt „Sozialrechtliche Mobilisierung und Befähigung“ des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg teil. Die Projektverantwortliche bei der Caritas, Verena Rauch, hatte zu einem Austauschtreffen Betroffene eingeladen. Dabei ging es auch um das Neun-Euro-Ticket.

Eine zentrale Rolle für die Teilhabe spiele auch die "Leichte Sprache". Wenn man Texte in Zeitungen oder Gesetze nicht versteht, "wird man ausgegrenzt", erklärt die Projektkoordinatorin Kathrin Schulan von der Caritas.

Es gehe nicht nur um ein gutes Miteinander und Teilhabe, sagt Erika Leinfelder. Sie ist Vertrauensperson in Schweinspoint bei der Stiftung Sankt Johannes. "Oft sagen Menschen mit Behinderungen etwas und wir nehmen sie nicht wahr." Und das führe dazu, "dass sie schnell aufgeben".

So profitiere niemand von einem guten Miteinander mit Menschen mit Behinderungen auf Augenhöhe. Martina Bartsch aus Lautrach ist sich dabei auch sicher, dass nicht nur das unmittelbare Umfeld von einem Gespräch auf Augenhöhe und einem Austausch profitieren würden. Beispiel Veranstaltungen: Unter anderem würden die Organisatoren von Musik-Events davon einen großen Nutzen ziehen. "Wir könnten unsere Anliegen einbringen, und weil das dann geschieht, könnten die Veranstalter auch durch unsere Eintrittsgelder verdienen", so Bartsch. Beispiel ÖPNV: Karl-Heinz Bischof, der in Offingen in einer Wohneinrichtung der Caritas Augsburg wohnt, findet das Neun-Euro-Ticket zwar toll. Aber: "Nun fahren so viele mit den Zügen, so dass wir mit unseren Rollstühlen und Gehhilfen keinen Platz mehr finden". (pm)

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Kommentare

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Beitrag von StaZ-Reporter: Profilbild von I.- M. AlefelderI.- M. Alefelder
17. August 2022 - 13:00

Dann sollte man z.B. die Züge aus München kommend, die nach Ulm fahren, auch nicht trennen. Ein Einspänner geht nach Ulm, der ist so extrem voll, dass man sich nicht mehr bewegen kann ( besonders am Sonntag ), der andere geht nach Donauwörth, der 3. Teil bleibt in Augsburg stehen. Zurück werden in Augsburg die 3 Teile wieder aneinander gekoppelt. Auch ich bin gebehindert, vieles ist erschwert.
In München wurde noch der Hauptbahnhof abgerissen, dadurch ist kaum ein Durchkommen an den Bahnsteigen bei den vielen Menschen und das noch zu den Sommerferien.
Ab Friedrichshafen nach Ulm sind noch so viele Radfahrer zugestiegen - es war kein Durchkommen mehr - ein Rollstuhlfahrer hätte keinen Platz mehr gehabt. Ab Regensburg nach Augsburg ging es.
In den meisten Zügen ist durch die vielen Menschen keine Sicherheit gegeben, wir haben immer noch Corona.
9 € Ticket super, aber wenn so eine Aktion gestartet wird, sollte die Bahn mehr Züge einsetzen oder um Waggons verlängern und nicht noch so viele Züge ausfallen lassen, egal auf welcher Strecke.

 


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