Region: Augsburg Stadt

Zwei Jahre Verspätung: Caritas-Berufsfachschulen in Augsburg eingeweiht

Segen und viel Lob für die Pflege: Sie prägten durch ihre Worte die Einweihungsfeier für die Berufsfachschulen für Pflege der Caritas in Augsburg, indem sie die Bedeutung und Wichtigkeit des Pflegeberufes für ein gutes Miteinander in der Gesellschaft unterstrichen (von links): Bischof Bertram Meier, Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber, Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Andreas Magg und Stefanie Weber, Schulleitung.

„Endlich ist es soweit“, so Stefanie Weber, die Schulleitung der Caritas-Berufsfachschulen für Pflege in Augsburg. Mit zwei Jahren Verzögerung wegen der Corona-Pandemie konnten die Berufsfachschulen gemeinsam mit dem Augsburger Bischof Bertram Meier, der Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber, Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Andreas Magg, der Schulleiterin Stefanie Weber, allen Lehrkräften und Pflegeschülern „ihren“ großen Einweihungstag mit Gottesdienst und Festakt feiern.

Es wurde ein Tag, der vor allem den angehenden Pflegefachhelfern wie auch Pflegefachkräften deutlich machte, wie wichtig es ist, dass sie diesen Beruf gewählt haben. . Derzeit besuchen derzeit 101 junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Caritas-Berufsfachschulen zu Pflegehilfskräften und Pflegefachkräften. 23 haben sich für die einjährige Ausbildung der Pflegehilfe entschieden, 78 für die dreijährige zu Pflegefachkräften.

„Sie erklären sich bereit, den kranken, verletzten Menschen, ob noch im Kleinkinderalter oder später im hohen Alter, zu helfen, beizustehen und zu pflegen. Ich zolle ihnen meinen tiefen Respekt dafür“, sagte der Augsburger Bischof in seiner Predigt im Gottesdienst. „Das, was sie hier lernen und später tun, ist systemrelevant“, unterstrich er. Das sollten Politik und Gesellschaft anerkennen und die Pflegekräfte entsprechend ihrer Bedeutung vergüten. Gesellschaft und Kirche schulden ihnen, so der Bischof, eine besondere Wertschätzung als „unsere Nächsten“. „Wir müssen lernen, dass uns nicht nur der unser Nächster ist, der Hilfe benötigt, sondern auch der Mensch, der dem Nächsten zur Seite steht.“

Auch Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber wies auf die Bedeutung der Pflegekräfte für die Stadt und die Gesellschaft mit großem Nachdruck hin und warb für ein deutlich besseres Image des Pflegeberufes. Es seien schließlich die Pflegekräfte in der Pandemie gewesen, die Übermenschliches geleistet hatten. „Wir müssen vor ihnen den Hut ziehen und aus tiefstem Herzen Danke dafür sagen.“ Umso mehr bedauerte sie, dass es diesem Beruf an Anerkennung und Wertschätzung fehle. Die Bezahlung sei dabei nur ein Aspekt. Die Gesellschaft müsse diese Wertschätzung auch tatsächlich zeigen. Für sie werde zu schnell der Vorwurf erhoben, die Pflege sei schlecht. Doch es liege oft nicht am Können und Willen der Pflegekräfte, gute Pflege zu leisten, „die strukturellen Bedingungen sind es, die wir eigentlich beklagen müssen“.

Nicht nur deshalb, sondern auch wegen Pflegekräftemangels komme es darauf an, „Sprachrohr“ für ein gutes Image des Pflegeberufes zu sein. Oberbürgermeisterin Weber lud deshalb die Caritas-Pflegeschulen auf, dieses Sprachrohr zu sein. „Denn eines muss uns allen klar, jeder von uns will einmal gut gepflegt werden, wenn wir es nötig haben.“

Den besonderen Charakter der Berufsfachschulen für Pflege als Einrichtung der Caritas unterstrichen an dem Festtag der Einweihung nicht nur der Augsburger Diözesanbischof, sondern auch Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Andreas Magg. „Wir können hier das tun, was uns ausmacht, nämlich im Geist der Caritas junge Menschen auszubilden und fit für eine gute menschlich zuwendende Pflege zu machen“, sagte Magg.

Was Caritas hingegen bedeute, das hatte Bischof Meier bereits im Gottesdienst sehr deutlich gesagt. „Bei der Caritas kommt es nicht auf richtige religiöse Parteibuch, nicht auf die nationale und kulturelle Herkunft an“, sagte er zu den aus unterschiedlichen Ländern stammenden Pflegeschülern. „Caritas heißt, dass die Liebe keine Grenzen kennt und der Mensch im Mittelpunkt steht.“ In diesem Sinne sollen sie „barmherzige Samariter“, wie es Evangelium erzählt, sein. Dabei komme es in der Pflege nicht nur auf das viele Fachwissen an, sondern auf einen Stil, „in dem Gottes Melodie zum Klingen kommen soll.

Stefanie Weber, die Schulleiterin der Caritas-Berufsfachschulen, betonte hingegen die Voraussetzungen dafür, dass dies gelingen kann. Sie sieht die Schulgemeinschaft als „ein Orchester aus vielen Persönlichkeiten mit gänzlich unterschiedlichen Charakterzügen, die im Miteinander und im Hören aufeinander ein gemeinsames Ziel verfolgen“. Nach einem holprigen Start in die generalistische Ausbildung verbunden mit dem Umzug von der Kapellenstraße in Augsburg in den Martini-Park im Jahr 2020 ist sie inzwischen überzeugt, „wir sind auf einem sehr guten Weg“.

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