Region: Augsburg Stadt

50 Millionen Euro teurer als geplant: Stadtrat beschließt Sanierung der FOS/BOS/RWS

Entscheidung ist gefallen: Die FOS/BOS/RWS am Alten Postweg wird nun saniert. Die Wahl zwischen Sanierung und Neubau führte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Diskussionen.

Der Augsburger Stadtrat hat am Donnerstag die Sanierung des Schulzentrums der Fach- und Berufsoberschule sowie der Reischleschen Wirtschaftsschule gegen 14 Stimmen beschlossen. Die Gegenstimmen kamen aus der Sozialfraktion und Bürgerlichen Mitte, die in Anbetracht der Kostensteigerung für die Sanierung noch einmal einen Neubau durchkalkuliert haben wollten.

Die Stadt schätzt derzeit die Kosten für die nun beschlossenen Maßnahmen auf rund 124 bis 139 Millionen Euro. Als der Stadtrat im Jahr 2018 die Grundsatzentscheidung für eine Sanierung des Schulzentrums traf, ging man von Kosten in Höhe von 88 Millionen Euro aus. Damals schätzten die Experten einen Neubau auf rund 110 Millionen Euro. Dass die Arbeiten nun teurer werden, liegt vor allem daran, dass die Baupreise stark gestiegen sind und Maßnahmen aus einem späteren Bauabschnitt vorgezogen wurden.

Florian Freund, Vorsitzender der Sozialfraktion aus SPD und Linke, mutmaßt, dass sich der Stadtrat 2018 vermutlich für einen Neubau entschieden hätte, wenn man damals gewusst hätte, dass die Sanierung nun etwa 50 Millionen Euro teurer wird. Seine Forderung lautet: "Die Entscheidung nochmal zu überdenken, wenn sich die Informationslage geändert hat, auf der die Entscheidung getroffen wurde." Zudem wirft Freund Baureferent Gerd Merkle (CSU) im Rückblick auf das vergangene Jahr eine "Augen zu und durch"-Einstellung vor. Diese sei sowohl bei der Theatersanierung als auch jetzt zu erkennen. Wenn einmal etwas beschlossen worden sei, so werde daran festgehalten, auch wenn die Grundlagen der Entscheidung falsch gewesen wären, so Freund. Ein Neubau wäre mittlerweile zwar auch teurer, aber man hätte ein neues Schulgebäude.

Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) kontert, sie erkenne sehr wohl auch bei Freund nach einem Jahr ein Muster: "Sie sind Opposition und müssen immer dagegen sein. Von Fakten wollen Sie gar nicht belästigt werden." Merkle hingegen erklärt, dass ein Neubau nicht günstiger sei und es zudem gar kein geeignetes Grundstück gäbe.

Diskussionen um Brandschutz bereits im Jahr 2005

Die Bausubstanz sei laut Merkle noch "in sehr gutem Zustand". Bis auf die Stahlträger soll das alte Gebäude weichen und dann eine neue Schule aufgebaut werden. "Wir wollen, dass die Schule endlich gut dasteht", sagt Bildungsreferentin Martina Wild (Grüne). Denn das Schulzentrum mit überregionalem Einzugsgebiet beschäftige den Stadtrat bereits seit 2005, als erste Diskussionen um eine Brandschutzsanierung geführt wurden.

2023 sollen die Bauarbeiten beginnen und voraussichtlich bis ins Jahr 2026 andauern. "Wir können nicht umbauen, ohne dass in der Schule jemand davon etwas mitbekommt", kündigt Merkle an. Dennoch hätte ihm die Schulverwaltung mitgeteilt, schnellstmöglich mit der Sanierung zu beginnen.

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