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Nicht artgerechte Schimpansen-Haltung: Peta erstattet Anzeige gegen Augsburger Zoo

Der Augsburger Zoo baut den Außenbereich seiner Schimpansen-Anlage seit Oktober vergangenen Jahres um.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige unter anderem gegen den Augsburger Zoo erstattet. Insgesamt wurden zehn zoologische Einrichtungen in Deutschland angezeigt. Hintergrund seien laut Peta "massive Verstöße" bei der Haltung von Menschenaffen.

Die Tierrechtsorganisation betont in einer Presseerklärung, dass "die bereits seit 2014 für zoologische Einrichtungen geltenden Mindestanforderungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums an vielen Haltungsstandorten noch immer nicht umgesetzt wurden". Demnach müssten im Zoo Augsburg die drei Schimpansen in einem Innengehege ausharren, das laut Peta mit nur 84 Quadratmetern die Vorgaben um mehr als die Hälfte unterschreite. "Zwar hat die Veterinärbehörde die behelfsmäßige Ausbesserung des Außengeheges angeordnet, räumte aber gleichzeitig ein, dass damit weiterhin eine dauerhafte Unterschreitung der Mindestmaße toleriert werde", schreibt die Organisation. Peta habe daher im April bei der Staatsanwaltschaft Augsburg Strafanzeige gegen die Zoo-Verantwortlichen erstattet.

Zudem appelliert die Tierrechtsorganisation an Politik und Zoo, "die Gefangenhaltung von Menschenaffen in Zoos gänzlich zu beenden". Es sei "ein Verbrechen, Menschenaffen aus vorgeschobenen Artenschutzgründen – tatsächlich aber zur Belustigung des Zoopublikums – einzusperren", wird Biologin Yvonne Würz, Peta-Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie, in der Mitteilung zitiert.

Der Augsburger Zoo baut den Außenbereich seiner Schimpansen-Anlage seit Oktober vergangenen Jahres um. (pm/red)

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