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Augsburg plant weitere Impfaktionen: Gesundheitsamt prognostiziert Inzidenz von 160 im August

Die Stadt plant gemeinsam mit dem FC Augsburg eine Impfaktion im VIP-Bereich der WWK-Arena.

Die Infektionszahlen gehen derzeit in Augsburg "schleichend nach oben", wie Gesundheitsreferent Reiner Erben die aktuelle Corona-Lage beschreibt. Liegt der Inzidenzwert in diesen Tagen bei rund 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, so soll die Inzidenz bis Ende Juli wieder auf 30 bis 40 ansteigen.

"Wir sind am Beginn der vierten Welle", sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber im Stadtrat. Das Augsburger Gesundheitsamt prognostiziert bis Ende August gar einen Anstieg des Inzidenzwertes auf bis zu 160. Daher sei es nun wichtig, dass möglichst viele Bürger das Impfangebot wahrnehmen. An Urlauber appelliert Weber zudem, sich vor der Rückkehr nach Augsburg testen zu lassen.

Das Augsburger Impfzentrum kann derzeit etwa 500 Impfungen täglich durchführen. Allerdings würden nach Angaben der Verwaltung lediglich rund 200 bis 300 Termine pro Tag gebucht. "Wir können jedem ein Angebot machen, der sich impfen lassen will", sagt Hauptamtsleiter Bernhard Maurmeir, der die Impfungen in Augsburg koordiniert. Mittlerweile sei genügend Impfstoff vorhanden.

Impfaktion in der WWK-Arena

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, führte das Impfzentrum am vergangenen Wochenende eine Sonderaktion durch. So konnten sich von Freitag bis Sonntag alle Interessierten ohne Terminvereinbarung impfen lassen. An diesem Wochenende soll das Angebot wiederholt werden. Für Anfang August plant die Stadt gemeinsam mit dem FC Augsburg eine Impfaktion im VIP-Bereich der WWK-Arena. Derzeit führt die Verwaltung darüber hinaus Gespräche mit den Schaustellern, ob eine Impfaktion am Plärrer möglich wäre. Das Augsburger Impfzentrum ist bis 30. September gesichert. Anschließend soll es, so Maurmeir, dann als Basisstation dienen, von der aus die Impfteams ausrücken.

Abhängig von der steigenden Inzidenz wird das Gesundheitsamt von bis zu 90 Kräften aus der Verwaltung unterstützt. Laut Ordnungsreferent Frank Pintsch könnte es daher bei der Arbeit in den einzelnen Referaten, die Personal abgeben, zu Verzögerungen kommen. Wenn beispielsweise ein Pass erneuert werden muss, könne die Bearbeitungszeit in den Bürgerbüros länger dauern.

Die Lage im Universitätsklinikum sei laut Weber, die das Krankenhaus vor wenigen Tagen besuchte, "äußerst entspannt".

Welche Einschränkungen möglicherweise mit steigender Inzidenz auf die Augsburger zukommen, darüber will die Oberbürgermeisterin rechtzeitig die Öffentlichkeit informieren. Gesundheitsreferent Reiner Erben betont jedoch: "Wir bereiten uns vor". Denn trotz der steigenden Impfquote sei letztlich der Inzidenzwert weiterhin ausschlaggebend für die Corona-Regeln. Derzeit gilt die 13. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die verschärfte Regeln ab einem Inzidenzwert von 50 vorsieht.

Laut der Statistik der Stadt hätten derzeit 55,8 Prozent der Augsburg mindestens eine Impfung erhalten. Dabei sind aber nicht die Impfungen eingerechnet, die Betriebsärzte durchgeführt haben, da es hiervon keine konkreten Daten gebe.

Unzufrieden mit dem Bericht zur aktuellen Corona-Lage zeigen sich Teile der Opposition. Florian Freund, Vorsitzender der sozialen Fraktion aus SPD und Linke bezeichnete die Ausführungen im Stadtrat als "Worthülse ohne Inhalt". Denn seiner Ansicht nach stolpere Augsburg mit seiner Politik sehenden Auges in die vierte Welle. "Anstatt eigene Initiativen und Ideen im Stadtrat zu besprechen, will die Stadtregierung nur das verwalten, was Bund und Land vorgeben", moniert Freund. (pb)

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