Region: Augsburg Stadt

Augsburger Altstadt soll weiter saniert werden

Seit den 80er-Jahren wurden die Kanäle in der Augsburger Altstadt aufgedeckt und mit zahlreichen Brücken versehen. Der historische Stadtkern sollte dadurch aufgewertet werden.

Seit rund 40 Jahren wird die Augsburger Altstadt saniert – Nun läuft die ursprüngliche Sanierungssatzung aus.

Seit den 1980ern hat sich in der Augsburger Altstadt einiges verändert: Die Kanäle wurden aufgedeckt und machten das Lechviertel zu "Klein-Venedig", baufällige Gebäude wurden hergerichtet, Plätze neu gestaltet und der Verkehr größtenteils auf andere Straßen umgeleitet. Die Augsburger halten sich gerne in ihrem historischen Stadtkern auf, und auch als Wohngebiet ist die Altstadt beliebt. Was heute schon normal erscheint, war nicht immer so.

Nach rund 40 Jahren der Sanierung läuft zum Ende des Jahres die Frist für die Sanierungssatzung der Altstadt aus. Laut einer Evaluation des Stadtplanungsamts hat man in dieser Zeit die meisten Ziele der Sanierungmaßnahmen erreicht. Dennoch soll die Arbeit in der Altstadt nun nicht mit der ursprünglichen Satzung enden. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Bauausschuss des Augsburger Stadtrats einstimmig, die Stadtverwaltung mit der Erstellung eines neuen Sanierungskonzepts zu beauftragen.

Im Jahr 1981 legte der Augsburger Stadtrat nach ausführlichen vorbereitenden Untersuchungen rund ein Viertel der gesamten Altstadt als Sanierungsgebiete fest. Diese ursprünglich sieben Teilbereiche sind bis heute auf 15 Sanierungsgebiete erweitert worden. Dazu zählen neben dem Lechviertel unter anderem auch die Maximilianstraße und die Wallanlagen am Roten Tor.

Als die ersten Sanierungsmaßnahmen begannen, war die Altstadt als Wohngebiet wenig beliebt. Wie das Stadtplanungsamt in seiner Evaluierung berichtet, waren viele Bereiche der Altstadt damals von mangelnder Bausubstanz und schlechten Wohnverhältnissen gekennzeichnet.

Das Ziel, die historischen Gebäude und den öffentlichen Raum zu sanieren und das Image der Augsburger Altstadt zu steigern sei "voll erreicht" worden, meinte nun Baureferent Gerd Merkle im Bauausschuss. "Ich glaube, dass heute die Altstadt als einer der attraktivsten Bereiche in Augsburg zu sehen ist", sagte er.

Insgesamt 88 Millionen Euro haben die Stadt und die Fördergeber der Regierung von Schwaben und des Freistaats in den vergangenen Jahrzehnten in das historische Stadtzentrum investiert. Doch auch aus privater Hand ist viel Geld in die Sanierung der Gebäude geflossen, die inzwischen als Wohnraum deutlich an Wert gewonnen haben. Es sei wohl davon auszugehen, dass damit insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro in die Altstadt geflossen sei, meinte Gerd Merkle, auch wenn dies nicht nachzuprüfen sei.

Genutzt wurden die öffentlichen Gelder unter anderem, um große Teile der Altstadt als verkehrsberuhigte Bereiche auszuweisen und durch die inzwischen typischen Granitpflaster attraktiver für Anwohner und Fußgänger zu machen. Die oft denkmalgeschützten Gebäude wurden saniert, um die Wohnverhältnisse zu verbessern. Zu den größeren Projekten zählte auch die Sanierung der Wassertürme am Roten Tor und die Neugestaltung der Gehwege in der Maximilianstraße. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen war aber wohl die Aufdeckung der aus dem Mittelalter stammenden Lechbäche, die heute laut dem Stadtplanungsamt "ein besonders charakteristisches Merkmal der Augsburger Altstadt" sind.

Obwohl man die meisten Ziele, die in den ursprünglichen Stadtratsbeschlüssen vorgegeben wurden, inzwischen erfüllt habe, soll die Aufwertung der Altstadt auch künftig weitergehen. Es solle "einen Neubeginn geben", kündigte Gerd Merkle im Bauausschuss an. Die Stadtverwaltung werde "wichtige Zukunftsthemen und konkrete Projekte" erörtern, um auch in den kommenden Jahren für die Altstadt eine "stetige Verbesserung zu erreichen".

Denn neben den neuen Herausforderungen, die die Zukunft wohl bringen wird, sind trotz aller Verbesserungen in vielen Gebieten auch einige bereits vorgesehene Maßnahmen noch nicht umgesetzt worden. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel wurde etwa die Wallanlage um das Rote Tor noch nicht in Angriff genommen. Auch die Maximilianstraße soll neu gestaltet werden. Verbesserungsbedarf besteht laut dem Stadtplanungsamt außerdem unter anderem am Perlachberg und am Moritzplatz, dem Areal des Römischen Museums, beim Gebäude der ehemaligen Stadtmetzg und dem Gelände der ehemaligen Augusta-Brauerei.

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