Region: Augsburg Stadt

Augsburger Christkindlesmarkt ist doch abgesagt

Kommende Woche hätte der Christkindlesmarkt in Augsburg starten sollen. Ministerpräsident Söder sprach am Freitag ein Verbot von Weihnachtsmärkten aus.

Bayern verschärft die Corona-Regeln. Der Augsburger Christkindlesmarkt findet nun doch nicht statt.

Die Bayerische Landesregierung verschärft bis zum 15. Dezember die Corona-Regeln. Clubs, Diskos und reine Schankwirtschaft werden geschlossen. Darüber hinaus werden landesweit alle Weihnachtsmärkte abgesagt. Somit muss auch der Augsburger Christkindlesmarkt, der bereits aufgebaut war und am Montag hätte starten sollen, in diesem Jahr erneut ausfallen.

Ministerpräsident Markus Söder betonte auf einer Pressekonferenz, er sehe sich zu diesem Schritt gezwungen. Für die Schausteller, die die Absage massiv treffe, solle es finanzielle Unterstützung geben. Mit ambivalenten Gefühlen hätten die Schausteller und Marktkaufleute die Pressekonferenz verfolgt, schrieb direkt im Anschluss an die Entscheidungsverkündung der Augsburger Christkindlesmarkt auf seiner Facebook-Seite. Es treffe vor allem diejenigen Händler besonders hart, die Waren zum Verzehr geordert hatten und nun nicht wüssten, wohin damit. Hinzu komme, dass Personal eingestellt wurde, "das jetzt obsolet geworden ist".

Eva Weber: "Es stehen Existenzen auf dem Spiel"

Oberbürgermeisterin Eva Weber sprach am Nachmittag allerdings von einer Entscheidung, die "bei der herrschenden Infektionslage klar nachvollziehbar" sei. Die Stadt trage diese aus Solidarität mit den Mitarbeitern im Gesundheitswesen, die gerade täglich an ihre Grenzen gingen, mit. Gleichzeitig sei es allerdings auch eine harte Entscheidung für die Marktkaufleute des Augsburger Christkindlesmarktes, die "nach fast zwei Jahren so dringend auf diese Zeit angewiesen wären", so Weber. "Es stehen Existenzen auf dem Spiel."

Aus diesem Grund habe die Stadt bis zuletzt an einem Hygienekonzept für den Christkindlesmarkt gearbeitet. Dieses sah vor, weniger Buden auf dem Rathausplatz zuzulassen und setzte auf weitere dezentrale Standplätze in der Innenstadt.

Augsburger Christkindlesmarkt "mit großem Bedauern" abgesagt

Man habe zudem bei einer Absage des Marktes "Verdrängungseffekte" in geschlossene Räume befürchtet, erklärte Wolfgang Hübschle, Wirtschaftsreferent der Stadt Augsburg. Isolierte Verbote von Weihnachtsmärkten schienen der Stadt außerdem "zur Pandemiebekämpfung wenig geeignet". Die nun vom Freistaat vorgestellten Maßnahmen zur Verringerung von Kontakten gingen über isolierte Maßnahmen allerdings weit hinaus. "Die Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch eine Sperrstunde ab 22 Uhr für die Gastronomie sind entscheidende Schritte in der Pandemiebekämpfung", sagte Hübschle. "Damit muss die Stadt Augsburg dann auch mit großem Bedauern den diesjährigen Christkindlesmarkt absagen."

OB Weber betonte, dass es nun an Bund und Land sei, die "existentiellen Härten" der Händler auszugleichen. Nur so könne der Grundstein dafür gelegt werden, dass "hoffentlich nächstes Jahr nach Beendigung der Pandemie die Marktkaufleute rund um den Christbaum für alle uns die Adventszeit bereichern". (pm/jaf/lat)

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