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Augsburger Studenten kritisieren "Perspektivlosigkeit" und wünschen sich Impfungs-Modellprojekt

Seit über einem Jahr ist an der Universität Augsburg aufgrund der Corona-Pandemie keine normale Lehre mehr möglich. Die Studentenvertreter wollen verhindern, dass dies ein weiteres Semester so bleibt.

Augsburger Studentenvertreter wünschen sich eine Rückkehr in die Präsenzlehre und fordern die Universitätsleitung deshalb auf, eine "Vorreiterrolle" einzunehmen und ein Modellprojekt zur zügigen Impfung von Studenten in Augsburg umzusetzen.

In einer Pressemitteilung hat der studentische Konvent in dieser Woche auf die Probleme der Studenten in der Pandemie aufmerksam gemacht. "Während die zuletzt erfolgte Aufhebung der Priorisierung bei der Impfterminvergabe bei vielen die Hoffnung auf zeitnahe Normalität verstärkt, bringt sie besonders jüngeren Menschen eher wenig", kritisieren sie darin. Denn auch die Hausärzte priorisierten meist nach Alter und Vorerkrankungen. "Das sorgt vor allem an Universitäten und Hochschulen für Perspektivlosigkeit, zumal auch die seit Montag geltenden Maßgaben der Staatsregierung in der Praxis kaum Präsenzlehre ermöglichen."

Diesen Missstand wollen die Studentenvertreter der Uni Augsburger nicht länger hinnehmen. "Manche Drittsemester haben noch keinen Hörsaal von innen gesehen und kennen ihre Kommilitonen nur aus WhatsApp-Gruppen", betont etwa Caroline Bachmann, eine der Initiatoren des Antrags an die Universitätsleitung. Unterstützungsangebote für die psychische Gesundheit der Studenten seien nicht ausreichend. "Was jetzt wirklich helfen würde, wäre eine Perspektive, nicht auch noch das vierte Semester in Folge allein Zuhause verbringen zu müssen", sagt Bachmann. "Der Weg dorthin führt nur über Impfungen."

Doch gerade hier sehen die Studenten das Problem. Mit-Initiator Stefan Edenharder nimmt nun unter anderem Ministerpräsident Markus Söder und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in die Pflicht. Beide hätten sich für die zügige Impfung von Studenten ausgesprochen. "Passiert ist bisher aber nicht", kritisiert Edenharder.

Der studentische Konvent hat deshalb einen Antrag einstimmig verabschiedet und an die Universitätsleitung übergeben. Die Studentenvertreter fordern darin die Umsetzung eines Modellprojekts zur Impfung von Studenten in Abstimmung mit der Staatsregierung, das etwa die Einrichtung einer temporären Impfstraße auf dem Campus beinhalten könne. Man hoffe, "dass die Uni Augsburg den Anspruch hat, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen und unser Anliegen deshalb unterstützt", so Edenharder. Das Ziel sei es, im Idealfall im Wintersemester ab Oktober wieder zum Präsenzbetrieb zurückkehren zu können. (pm)

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