Region: Augsburg Stadt

Ausschreitungen gegen Polizisten: Pferseer Stadtrat fordert Betretungsverbote und weitere Maßnahmen für den Sheridan-Park

Der Sheridan-Park im Augsburger Stadtteil Pfersee soll alle Generationen anziehen. Aktuell macht sich die Stadtpolitik allerdings Sorgen, dass die vielen Jugendlichen den Park für andere Nutzergruppen unattraktiver machen könnten.

Nach Ausschreitungen mehrerer Jugendlicher gegen Polizisten im Augsburger Sheridan-Park kurz vor Ostern geht die Diskussion um die großen Grünflächen in der Stadtpolitik weiter. Genaue Vorstellungen, wie für mehr Ruhe im Park gesorgt werden könnte, hat der Pferseer Stadtrat Bernd Zitzelsberger (CSU). Er fordert unter anderem langfristige Betretungsverbote für Jugendliche, die sich im Park aggressiv verhalten.

Rund 60 Jugendliche hatten sich am 29. März auf dem Basketballplatz im Sheridan-Park in Pfersee versammelt. Als die Polizei die Versammlung auflösen wollte, beleidigten Jugendlich die Beamten und griffen diese auch an. Ein 15-Jähriger schlug einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht. Zwei weitere Jugendliche sowie zwei 18-Jährige nahm die Polizei ebenfalls in Gewahrsam, da diese die Platzverweise beharrlich missachtet und die Beamten aufs Übelste beleidigt hätten.

Bereits zuvor war die Lage in den Augsburger Parks öffentlich diskutiert worden, nachdem am es am 22. Februar im Reese-Park, wohl nach einem Streit zwischen zwei Jugendgruppen, zu einer Messerstecherei gekommen war. Zwei Jugendliche erlitten damals Stichverletzungen.

Am Tag nach dem Vorfall im Sheridan-Park führte die Polizei verschärfte Kontrollen in beiden Parks durch. Aufgrund des guten Wetters versammelten sich zu diesem Zeitpunkt viele Jugendliche in den Parks. Diese wurden auf die Infektionsschutzregeln hingewiesen. Zu bemerkenswerten Vorkommnissen sei es aber laut Polizei mit einer Ausnahme nicht gekommen. In diesem Fall habe ein 16-Jähriger, der bereits am Tag zuvor durch Widerstandshandlungen im Sheridan-Park aufgefallen sei, einen 50-jährigen Anwohner beleidigt und bedroht. Bei der Kontrolle der Personalien wurde der Jugendliche auch handgreiflich gegenüber den Beamten.

Es sei gut, dass die Polizei und das Ordnungsamt im Sheridan-Park seit gut zwei Wochen stark präsent seien, sagte nun der Pferseer Stadtrat Bernd Zitzelsberger: "Ich hoffe, dass die Täter schnell ihre gerechte Strafe bekommen." Bereits vor Ostern habe sich die Situation im Park deutlich verbessert. So sei etwa deutlich weniger Müll zurückgelassen worden. Dennoch müsse weiterhin "eine ganze Reihe von Maßnahmen" geprüft und umgesetzt werden. "Die Rädelsführer müssen ein langfristiges Betretungsverbot erhalten, womit ich nicht mehrere Monate, sondern mehrere Jahre meine", betonte der Stadtrat. Insbesondere gelte das zum Beispiel für den 15-Jährigen, der zwei Tage in Folge in Erscheinung getreten war. "Personen mit einem derart hohen Aggressionspotenzial haben in den Parks nichts zu suchen", sagte Zitzelsberger.

Auch weitere Maßnahmen schlägt der Politiker für den Sheridan-Park vor. Er habe dazu in den vergangenen Wochen Gespräche mit den Anwohnern, der Stadt und der Polizei geführt. Unter anderem fordert Zitzelsberger ein Alkohol- und Glasflaschenverbot auf dem gesamten Gelände. Aktuell gilt ein solches nur auf den Spielplätzen. Außerdem wünscht sich der Stadtrat ein Beleuchtungskonzept sowie Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner am Basketballplatz. Die Jugendarbeit im Park soll durch eine Aufstockung des Streetwork-Teams verstärkt werden und Jugendliche, die sich nicht an die Regeln halten, könnten nach Vorstellung des CSU-Politikers unter Anleitung eines Sozialpädagogen in kleinen Gruppen regelmäßig den Park reinigen. Allgemein solle das Platz- und Nachtmanagement verstärkt werden.

Um den Park zusätzlich attraktiver zu machen, könnte sich Bernd Zitzelsberger einen zusätzlichen Sport-Parcour wie im Reese-Park vorstellen, sowie einen Biergarten, der etwa beim ehemaligen Offizierscasino entstehen könne. Durch all diese Maßnahmen, glaubt Zitzelsberger, könne der Park "wieder ein breiteres Publikum anziehen". Möglich seien auch Veranstaltungen wie Beachvolleyball-Meisterschaften oder Konzerte und Aufführungen auf dem Streetballplatz, wenn die Corona-Regeln das wieder erlauben.

"Da Jugendliche im Lockdown viel zu wenig Freizeitangebote haben, strömen sie aktuell in Scharen in den Sheridan", sagte Sozialreferent Martin Schenkelberg zur aktuellen Situation. "Ich freue mich, dass junge Menschen hier friedlich Sport treiben oder in der Clique abhängen. Aber ich erwarte auch, dass alle die Nachtruhe einhalten und ihren Müll entsorgen. Und Straftaten sind natürlich ein absolutes No-Go." (lat)

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