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Bahnausbau: Augsburger Hauptbahnhof soll mit in Planungen aufgenommen werden

Mehrere Studien untersuchen die Leistungsfähigkeit des Augsburger Hauptbahnhofs. Der Landkreis Augsburg fordert, dass der Bahnhof mit in den Planungsauftrag zum Bahnausbau zwischen Augsburg und Ulm aufgenommen wird.

Der Bahnausbau zwischen Augsburg und Ulm hat in den vergangenen Monaten zu teils hitzigen Diskussionen geführt. Landrat Martin Sailer, Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz und der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner (alle drei CSU) haben im Zuge einer Pressekonferenz über den Stand der aktuellen Planungen gesprochen und einige Forderungen an Bund und Bahn gestellt.

Denn im Zuge der vergangenen Wochen und Monate habe man festgestellt, dass durchaus Änderungen am Planungsauftrag vorgenommen werden könnten. Die drei Politiker nannten unter anderem die Situation in Neusäß als Beispiel. Zu Beginn der Planungen hätten die Verantwortlichen um Markus Baumann, Leiter des Projektteams der Deutschen Bahn, zwei neue Gleise neben der Bestandsstrecke geplant, ohne an dieser Veränderungen vorzunehmen. Mittlerweile würden jedoch Überlegungen angestellt, ob man die bereits vorhandenen Flächen besser nutzen könne und dadurch der Eingriff ins Eigentum der Privatleute verringert würde. "Wenn man miteinander spricht, können Verbesserungen erreicht werden", sind die Politiker überzeugt. Man wolle keine Optimierungsmöglichkeit an den möglichen Trassen auslassen, so Landrat Martin Sailer.

Welche Trasse letztlich zwischen Augsburg und Ulm realisiert wird, das ist noch nicht entschieden. Die Resolution des Augsburger Landkreises, die sich für den Ausbau der Bestandsstrecke ausspricht, habe sich laut Sailer allerdings überholt und passe nicht mehr zum aktuellen Stand der Diskussionen. Doch egal welche Variante letztlich umgesetzt werde, der Fokus müsse immer auf dem Mehrwert für die Region liegen.

"Das Entscheidende ist jetzt der Augsburger Hauptbahnhof", erläutert der Landrat. Gemeinsam mit Durz fordert Sailer, dass der Bahnhof in Augsburg, wie auch der Ulmer Bahnhof, mit in den Planungsauftrag aufgenommen werden. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Hauptbahnhof nicht leistungsfähig ist", so Sailer.

Gemeinsam mit dem Landkreis Günzburg hat das Augsburger Land eine Studie bei der Technischen Universität Braunschweig in Auftrag gegeben, die die Bahnhöfe in München und Augsburg genauer unter die Lupe nehmen soll. Es soll vorwiegend um die Anschlusszeiten nach Einführung des Deutschlandtaktes zwischen Nah- und Fernverkehr gehen, vor allem im Berufsverkehr. Auch die Bahn will den Augsburger Hauptbahnhof noch einmal genauer untersuchen.

Hansjörg Durz stellt gar die Sinnhaftigkeit des Projekts in Frage, sollten die Studien zu dem Ergebnis kommen, dass der Knotenpunkt Augsburg mit dem höheren Zugaufkommen überfordert ist. Zwar würden die Züge dann nur 26 Minuten von Ulm nach Augsburg benötigen, dann jedoch vor dem Bahnhof in den Stau geraten, gibt Durz zu bedenken. Daher müssen seiner Ansicht nach die Bahnhöfe in Ulm und Augsburg mit in den Planungsauftrag einbezogen werden.

Weitere Forderungen der Politiker an Bund und Bahn sind unter anderem die Verbesserung des Lärmschutzes, die Barrierefreiheit an den Bestandsbahnhöfen sowie die Umsetzung des 15-Minuten-Taktes im Nahverkehr.

Der derzeitige Zeitplan sieht vor, dass sich das Projektteam der Bahn bis 2024 für eine Vorzugsvariante entschieden hat. Diese soll im Jahr 2025 dann dem Bundestag vorgelegt werden.

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