Region: Augsburg Stadt

Bahnausbau: Droht Überlastung für den Augsburger Hauptbahnhof und den Nahverkehr?

Politiker in der Region befürchten, dass der Augsburger Hauptbahnhof nicht genug Kapazitäten hat, um mehr Fernverkehrszüge aufzunehmen. Abgeordneter Volker Ullrich fordert Klarheit von Bundesverkehrsminister Wissing.

Verdrängt der Fernverkehr den Nahverkehr? Nachdem zuletzt Landrat Martin Sailer gemeinsam mit anderen Politikern aus der Region die Offenlegung eines Gutachtens von der Bahn gefordert hatte, hat sich nun der Augsburger Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Volker Wissing gewandt. Die Augsburger Politiker befürchten, dass der Hauptbahnhof nicht genügend Kapazitäten für mehr Fernverkehrszüge habe und sehen den Nahverkehr in der Region in Gefahr.

Wenn mit der Eröffnung von Stuttgart 21 ab 2025 mehr Fernverkehrszüge fahren, könnte der Nahverkehr in der Region Augsburg auf dem Abstellgleis landen, denn Nahverkehrszüge müssen bevorrechtigte Fernzüge überholen lassen. Und nicht wenige Politiker befürchten, dass dafür die Kapazitäten des Augsburger Hauptbahnhofes nicht ausreichen.

Vor allem im Zuge der Planung der Neubaustrecke zwischen Ulm und Augsburg seien "in jüngster Zeit vermehrt Fragen aufgetreten, ob denn der 'Knoten Augsburg' überhaupt leistungsfähig sei, um den zu erwartenden Verkehr abwickeln zu können", schreibt Ullrich und verweist auf die Untersuchung der DB-Netz AG. „Bahn und Ministerium müssen dringend darlegen, welche Ergebnisse die Untersuchung des Knotens Augsburg erbracht hat und welche Verbesserungen am Augsburger Hauptbahnhof im Bereich Stellwerk- und Signaltechnik notwendig sind, um künftige Verkehrsleistungen bewältigen zu können.“ Das Augsburger Stellwerk sowie die Signaltechnik stammen aus den späten 1960er Jahren. "Können damit die künftigen Verkehrsleistungen bewältigt werden?", fragt der Abgeordnete und fordert, dass die Ertüchtigung des Augsburger Hauptbahnhofs mit einer digitalen Erneuerung des Stellwerks und der Signaltechnik "dringend zu einer Top-Priorität der Verkehrspolitik werden" müsse. Das Bundesverkehrsministerium solle Aussagen zur Zukunft des „Knoten Augsburgs“ treffen "und dieses Projekt bei einer Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans anmelden“, so Ullrich. (pm)

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