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Bundestagswahl in Augsburg: "Akzeptables Ergebnis" für die CSU?

Holte erneut das Direktmandat: Volker Ullrich (CSU) erhielt in Augsburg laut den vorläufigen Ergebnissen 27,3 Prozent der Stimmen.

Die Augsburger CSU erzielt ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl, Grund zum Feiern ist das für andere Parteien dennoch nicht.

von Patrick Bruckner und Laura Türk

In Augsburg wie im Rest von Bayern ist das Ergebnis der Bundestagswahl letztendlich doch weniger knapp ausgefallen, als das ob zeitweise schlechter Umfrageergebnisse der CSU vielleicht zu erwarten war. Dennoch: Wirklich glücklich mit den Ergebnissen war am Wahlabend keiner.

CSU-Kandidat Volker Ullrich gewann zwar erneut den Kampf um das Augsburger Direktmandat, seine Partei schnitt in der Stadt allerdings schlechter ab als je zuvor. 27,2 Prozent der Augsburger stimmten laut den vorläufigen Endergebnissen für Ullrich – 28,1 Prozent im gesamten Wahlkreis, inklusive Königsbrunn. Nur 25,4 Prozent stimmten mit der Zweitstimme für die CSU. "Ich freue mich zunächst mal darüber, dass es offenkundig gelungen ist, das Direktmandat in Augsburg zu verteidigen", sagte Ullrich dazu. "Das ist, das muss man sagen, für eine Großstadt keineswegs mehr selbstverständlich." Man freue sich über ein "unter den besonderen Umständen akzeptables Ergebnis für die CSU in Bayern".

Gleichzeitig wolle er nichts beschönigen. "Wir müssen das Ergebnis insgesamt nicht nur in Augsburg, sondern vor allen Dingen auch bei CDU und CSU aufarbeiten", sagte der Direktkandidat. Schwächen sah Ullrich bei den Schwesterparteien unter anderem bei sozialen Themen wie Pflege, Rente und Alterssicherung und darin, dass man nicht deutlich gemacht habe, "welche Punkte für uns in Zukunft auf Bundesebene wichtig sind". Ullrich hofft nun auf ein Jamaica-Bündnis, würde aber persönlich auch eine Große Koalition nicht ausschließen.

Florian Freund, Fraktionsvorsitzender der Augsburger SPD, hätte sich gerade bei den Erststimmen mehr für seine Partei erhofft. 18 Prozent der Stimmen erhielt Direktkandidatin Ulrike Bahr. Damit konnte Bahr letztendlich nicht nur dem CSU-Kandidaten erneut keine wahre Konkurrenz machen, sondern fiel auch hinter Grünen-Kandidatin Claudia Roth zurück. 20,6 Prozent der Wähler in Augsburg und Königsbrunn stimmten für Roth. "Nichts desto trotz muss man sagen, die SPD ist wieder da, auch in Augsburg", sagte Freund. Die Partei erhielt im Wahlkreis Augsburg 19,2 Prozent der Zweitstimmen. Einen Grund für das gute Ergebnis sieht Florian Freund auch in Olaf Scholz, der für viele Bürger der richtige Kanzlerkandidat gewesen sei. Ulrike Bahr wird den Einzug in den Bundestag wohl über die Landesliste dennoch schaffen.

Die Grünen gewannen auch in Augsburg hinzu und erhielten laut den vorläufigen Ergebnissen 19 Prozent der Stimmen. Damit liegen sie knapp vor der SPD. Wirklich glücklich ist man bei der Partei über das bundesweite Ergebnis freilich auch nicht. "Wir wollten den ersten Platz haben", betonte Fraktionsvorsitzender Peter Rauscher. "Das haben wir deutlich nicht geschafft." Optimistisch zeigte sich Direktkandidatin Claudia Roth, die ebenfalls über die Landesliste erneut in den Bundestag einziehen wird. Man habe die stärksten Zugewinne in Augsburg zu verzeichnen. "Ich bin wirklich glücklich, dass wir in Augsburg deutlich zugelegt haben", sagte Roth.

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