Region: Augsburg Stadt

Ehemaliges Möbelhaus soll abgerissen werden: Augsburger Stadtrat stimmt für neues Wohnquartier in der Innenstadt

Auf einer bislang größtenteils versiegelten Fläche gegenüber dem Plärrer soll ein Wohnquartier entstehen.

Das heute zu großen Teilen leerstehende ehemalige Lederle-Möbelhaus in der Langenmantelstraße soll in den kommenden Jahren abgerissen werden und damit Platz machen für ein neues Wohnquartier in der Augsburger Innenstadt. Einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans hat der Augsburger Stadtrat in der vergangenen Woche zugestimmt. Rund 80 Wohneinheiten sollen auf dem rund 1,95 Hektar großen Plangebiet unter anderem entstehen.

Bislang ist das Areal gegenüber dem Plärrer-Gelände wenig attraktiv. Ursprünglich beheimatete das inzwischen bereits deutlich heruntergekommene Gebäude eine Spinnerei, später das Lederle-Möbelhaus, dann nutzte es die Firma Segmüller. Inzwischen befindet sich allerdings nur noch ein Fitnessstudio in dem Haus, mehrere Geschosse stehen leer. Große Flächen südlich und östlich des ehemaligen Spinnerei-Gebäudes sind nahezu vollständig mit Asphalt versiegelt und werden nur noch teilweise vom Fitnessstudio als Parkplatz genutzt. Auch ein angrenzendes Grundstück der Stadt Augsburg, das am Senkelbach entlang führt, ist größtenteils asphaltiert.

Eigentümer und Investor ist die Firma Segmüller

Künftig soll auf diesem Areal nun statt der Betonwüste ein attraktives Wohnquartier entstehen. Als Eigentümer und Investor ist die Firma Segmüller für die Entwicklung des Areals verantwortlich. Ziel der Planungen ist laut der Beschlussvorlage des Stadtplanungsamts ein Quartier mit rund 80 Wohnungen, Dienstleistungen, Büros, Gastronomie und einer Kindertagesstätte.

Die zu den Wohnungen hinzukommenden "ergänzenden Nutzungen", etwa ein Café, sollen den Planungen zufolge vor allem in einem "riegelförmigen" Gebäude entlang der Langenmantelstraße untergebracht werden. So könne das neue Quartier laut dem Stadtplanungsamt zu "einer Belebung der gesamten Erdgeschosszone des Straßenraumes der Langenmantelstraße beitragen". Außerdem sollen das Gebäude und weitere Glas-Schallschutzelemente die Mehrfamilienhäuser, die im Osten des Areals vorgesehen sind, vom Straßen- und Plärrerlärm abschirmen. Entlang der Langenmantelstraße entsteht ein mit Bäumen bepflanzter Aufenthaltsbereich. Durch eine Tiefgarage soll das Quartier selbst autofrei bleiben.

Gestaltet hat das Konzept für das neue Stadtquartier das Büro "3+Architekten" aus Augsburg. Bereits vor mehreren Jahren hatten die Eigentümer dieses mit der Ausarbeitung eines städtebaulichen Entwurfs beauftragt. Dem entwickelten Konzept stimmte der Bauausschuss des Augsburger Stadtrats dann bereits im Jahr 2018 zu. Am Donnerstag hat der Augsburger Stadtrat nun auch einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans zugestimmt. Bislang war das Areal am Plärrer als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Einkaufs- und Dienstleistungszentrum“ ausgewiesen. Daran bestehe an dieser Stelle laut Ansicht der Stadtverwaltung aber heute kein Bedarf mehr.

Künstliche Surfwelle im Senkelbach

Im Zuge der Umgestaltung soll auch dem Senkelbach wieder eine größere gestalterische Bedeutung zukommen. Vorgesehen ist ein "sägezahnartig ausgeformter Wechsel zwischen Feucht- und Trockenstrukturen" am Ufer des Gewässers. Auch die geplante künstliche Surfwelle soll in diesem Bereich entstehen. Allgemein gibt es aber Abstriche bei den öffentlichen Grünflächen. Laut einem aktuellen Grundsatzbeschluss sollen Investoren mindestens 15 Prozent aller Baugebiete künftig als öffentliche Grünflächen ausweisen. In dem neuen Gebiet werden aufgrund des bereits vor mehreren Jahren entwickelten Konzepts aber wohl nur 1800 Quadratmeter entlang des Senkelbachs als öffentliche Grünflächen angeboten werden. Einer entsprechenden Ausnahme stimmte der Stadtrat zu. Teil des städtebaulichen Vertrags soll außerdem eine Verpflichtung zu mindestens 30 Prozent sozialem Wohnungsbau mit einer Bindungsdauer von 40 Jahren sein.

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