Region: Augsburg Stadt

„Explodierende Energiekosten“: Augsburger Verkehrsverbund bereitet zehnprozentige Preissteigerung vor

Eine zehnprozentige Preissteigerung plant der AVV für das kommende Jahr.

Die Preise für Fahrten innerhalb des Augsburger Verkehrsverbunds (AVV) werden zum Jahreswechsel voraussichtlich um zehn Prozent teurer werden. In den politischen Gremien ist das schon im Sommer angesprochen worden, am vergangenen Wochenende hat der AVV mit einer Pressemitteilung nachgelegt: Als Ursache werden „explodierende Energiekosten“ genannt. Im Durchschnitt erhöhen sich die Preise um 9,9 Prozent. Der Münchener Verkehrsverbund hat am Wochenende ebenfalls seine Preiserhöhungen vermeldet: Dort soll um 6,9 Prozent aufgestockt werden – die höchste Steigerung seit 30 Jahren.

Aktuell kostet etwa eine Fahrt von Aichach zum Augsburger Hauptbahnhof acht Euro, ein Tagesticket für dieses Gebiet 15,10 Euro und eine Monatskarte 144,30 Euro. Laut Dr. Linda Kisabaka, AVV-Geschäftsführerin, sei die Anhebung der Preise nötig, um das Angebot aufrechtzuerhalten. Wie hoch die Preiserhöhung ausfällt, wird anhand eines festgelegten Index, der unter anderem Energie- und Personalkosten umfasst, ermittelt. Im zugrunde gelegten Zeitraum seien die Kosten für Strom um 48 Prozent und die für Diesel um 37,7 Prozent gestiegen. Auch die Personalkosten schlagen mit 1,55 Prozent mehr zu Buche. Aktuell decken die Einnahmen aus dem Ticketverkauf 45 Prozent der Kosten, die zum Betrieb des Nahverkehrsnetzes nötig sind. Den Rest von rund 20 Millionen Euro übernehmen die Stadt und der Landkreis Augsburg sowie die Landkreise Aichach-Friedberg und Dillingen. Die Augsburger Stadtwerke steuern 40 Millionen Euro jährlich bei.

Das Wittelsbacher Land bezahlt in diesem Jahr 8,5 Millionen Euro für das Defizit, das nicht durch Ticketpreise gedeckt ist. Würde die Tariferhöhung nicht an die Fahrgäste weitergegeben, würden etwa zwei Millionen Euro jährlich hinzu kommen, wie die Verantwortlichen im Kreisentwicklungsausschuss des Kreistags Aichach-Friedberg bereits im Juli dargelegt hatten. Dort war beschlossen worden, die Erhöhung wenigstens aufzuteilen: Eine Hälfte zum 1. Januar, die zweite zum 1. Juli. Allein dadurch würde der Landkreis 500 000 Euro zusätzlich draufzahlen. Dem Ansinnen werden nicht viele Chancen eingeräumt, denn alle beteiligten Städte und Landkreise müssten zustimmen – und für einige geht es um noch mehr Geld.

Die neuen Ticketpreise sind noch nicht endgültig beschlossen. Das obliegt der Gesellschafterversammlung, die im Oktober zusammentritt. Die neuen Preise können ab Ende Oktober auf der Homepage des AVV eingesehen werden. (cal)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X