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Fachgespräch Wirtschaftspolitik: Mit Bildung und Weiterbildung in eine gute Zukunft

StaZ-Reporter Ulrike Bahr aus Augsburg
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Zu einem Fachgespräch mit Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften luden die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr und ihr Kollege und Wirtschaftsexperte Sebastian Roloff ein. Auf dem Bild sind zu sehen (von links): Hans-Dieter Kandler (Vorsitzender der SPD-Kreisfraktion Aichach-Friedberg), Anna Rasehorn (Stadträtin und stellv. Vorsitzende der SPD Augsburg), Dirk Wurm (Stadtrat und Vorsitzender der SPD Augsburg), Sebastian Roloff (MdB), Ulrike Bahr (MdB), Dr. Matthias Köppel (Leiter Standortpolitik bei der IHK), Konrad Rebholz (Vizepräsient der hwk), Torsten Falke (Bezirksleiter der IG BCE) und Silke Klos-Pöllinger (Regionsgeschäftsführerin DGB Schwaben).

Zu einem Fachgespräch mit Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften lud die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr ein. Dabei ging es um Entlastungen, Energie und den Fachkräftemangel.

Sich mit Fachexpert:innen zu zentralen Themen auszutauschen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines oder einer Politiker:in. Dies pflegt auch die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr und lud daher zum Fachgespräch über Wirtschaftspolitik ein. Mit dabei waren Vertreter:innen von DGB und IG BCE, der lokalen Politik sowie IHK und hwk. Anlass der Gesprächsrunde war der Besuch des Wirtschaftspolitikers Sebastian Roloff in der Fuggerstadt, der mit einem Überblick aktueller Themen in den Dialog einstieg. Er betonte dabei, dass dies vor allem aktuelle Diskussionsergebnisse seien und zum Teil eben noch keine finalen Ergebnisse.

Optimistisch äußerte sich der Münchener Abgeordnete zum Thema Bürgergeld, das nun im Vermittlungsausschuss behandelt werden soll. Bereits jetzt zeichnen sich aber schon erste Kompromisslösungen ab. Weitere Entlastung soll die Wohngeldreform bringen. Roloff betonte, dass Bürger hier proaktiv ihre Situation prüfen und neue Anträge stellen müssen, denn immerhin profitieren künftig 1,4 Millionen Menschen mehr von dieser Leistung. Im Fokus der Bundesregierung stehen möglichst passgenaue Unterstützungen, dennoch lässt sich die „Gießkanne“ nicht immer vermeiden. Hätte man die Energiepauschale (300 Euro) nach dem Einkommen gestaffelt, wäre der Aufwand so hoch gewesen, dass die Auszahlung 12 bis 18 Monate gedauert hätte. „Wir haben daher die Nachteile in Kauf genommen, um schnell helfen zu können“, erklärt der Politiker.

Unterstützung und Qualifizierung

Was die Energiepreise angeht, so braucht die Ausgestaltung der Preisbremsen nur noch das „Go“ aus Brüssel. Der Strompreis soll bei 40 Cent/kWh gedeckelt werden, Gas bei 12 Cent für private Haushalte und 7 Cent für die Industrie. Für Öl- und Pelletheizungen gebe es aktuell keine Mehrheit für eine analoge Regelung. Betroffene können aber ggf. über den Härtefallfonds Direktzahlungen vom Bund beantragen. Konrad Rebholz, Vizepräsient der hwk, betonte, dass das Handwerk bei all den Maßnahmen nicht vergessen werden darf. Denn aktuell tue man sich in den Betrieben sehr schwer, überhaupt zu kalkulieren. Sie bräuchten mehr Sicherheit. Diese forderte auch Torsten Falke, Bezirksleiter der IG BCE, ein. Konkret bezog er sich dabei auf eine gewünschte Einfachheit der Anträge, die im Notfall zu stellen sind. Positiv hob er das ruhige und bedachte Auftreten der Bundesregierung hervor. „Genau das brauchen wir jetzt“, betonte Falke. DGB-Schwaben-Chefin Silke Klos-Pöllinger ergänzte, dass den Bürger:innen wie auch den Betrieben eine bessere Übersicht helfen würde, welche Leistungen wo bzw. wie zu erhalten sind.

Der Stadtrat und Vorsitzende der SPD Augsburg Dirk Wurm brachte zudem das Thema Fach- oder vielmehr Arbeitskräftemangel in die Runde ein. Roloff erklärte, dass die Regierung hier an zwei Punkten ansetze: vereinfachte Fachkräfte-Zuwanderung sowie eine bessere Umschulung und Qualifizierung unserer Arbeitskräfte. Ulrike Bahr ergänzte, dass die Jobcenter im Zuge der Einführung des Bürgergeldes diesen neuen Schwerpunkt erhalten sollen. „Außerdem brauchen wir mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Wir müssen Anreize bieten und Chancen geben“, sagte die Abgeordnete im Austausch.

Dr. Matthias Köppel (IHK) regte ein Umdenken an, auch bei der IHK. Denn die Zahlen der Auszubildenden sinken. Man müsse daher aufzeigen, dass Studium und Ausbildung keine zwei getrennten Welten sind, sondern in der Kombination oft noch besser funktionieren. Eine solche oder auch weiterführende Vision von der Zukunft des Arbeitsmarktes forderten Wurm und Falke ein. Roloff bestätigte: „Wir müssen die Transformation schleunigst umsetzen. Das ist der richtige Weg.“ Gemeinsam wollen sich Roloff und Bahr für eine solchen Wandel stark machen, auch zum Wohle der heimischen Wirtschaft. Die Schlüssel dafür sind und bleiben Bildung und Weiterbildung.

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