Region: Augsburg Stadt

Fazit nach Neun-Euro-Ticket: "Es muss mehr Geld in das System"

Rund 235.000 Neun-Euro-Tickets haben allein die Stadtwerke in Augsburg verkauft.

Reisende konnten von Anfang Juni bis Ende August für neun Euro im Monat in allen Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs kreuz und quer durch Deutschland fahren. Auch in Augsburg war das Ticket beliebt, die Stadtwerke verkauften nach eigenen Angaben knapp 235.000 Fahrscheine im Aktionszeitraum.

"Das Neun-Euro-Ticket hat den ÖPNV in den Fokus gerückt", sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. Es habe gezeigt, dass die Menschen bereit sind, auf Busse und Bahnen umzusteigen. Um eine nachhaltige Entwicklung und eine tatsächliche Veränderung des Mobilitätsverhaltens zu erreichen, brauche es aus Sicht der Augsburger Stadtwerke jedoch ein dauerhaftes Angebot. "Es war auch nicht zu erwarten, dass das mit einem auf drei Monate begrenzten Angebot erreicht wird", so Fergg.

Gut zwei Wochen nach Start des Neun-Euro-Tickets berichteten die Stadtwerke damals, dass das Angebot in Bezug auf die Verkaufszahlen "sensationell" angenommen würde. Im Gegensatz zu den oftmals überfüllten Regionalzügen, die Passagiere teils sogar wieder verlassen mussten, hätte des Augsburger Verkehrsunternehmen derartige Probleme nicht gehabt.

Das lag unter anderem daran, dass zum Start des Aktionszeitraums alle Busse und Straßenbahnen eingesetzt wurden, die zur Verfügung standen. Um möglicherweise überfüllten Bussen und Trams vorzubeugen, wurden im Vorfeld Hauptuntersuchungen vorgezogen oder nach hinten geschoben.

Der Fahrgastzuwachs im Augsburger innerstädtischen ÖPNV mit Bussen und Straßenbahnen lag laut den Stadtwerken bei gut fünf Prozent. "Das ist kein gewaltiger Sprung, aber immerhin", sagt Fergg. Insgesamt haben allein die Stadtwerke in den drei Monaten knapp 235.000 Neun-Euro-Tickets verkauft, zusätzliche Tickets in Augsburg wurden über den AVV und die Deutsche Bahn verkauft.

Laut Fergg sei der günstige Fahrschein eher für Freizeitfahrten genutzt worden. "Für eine nachhaltige Änderung des Mobilitätsverhaltens braucht es ein dauerhaftes Angebot was ein günstiges, einfaches und möglichst flächendeckendes Ticket angeht, aber auch eine weitere Ausweitung des Angebots", teilt der Stadtwerke-Sprecher auf Anfrage mit.

Der Preis sei dabei nur ein nötiger Aspekt, damit die Menschen auf den ÖPNV umsteigen. Vielmehr gehe es darum, dass es ein bayern- oder bundesweit geltendes Ticket gebe. Darüber hinaus sei ein flächendeckendes Angebot vonnöten. "In den Städten gibt es zumeist heute schon ein dichtes ÖPNV-Angebot, allerdings häufig mit einem Bruch an den Stadtgrenzen. Jetzt wird ernsthaft über die Stärkung des ÖPNV als wichtigen Treiber der Mobilitätswende diskutiert. Es muss mehr Geld in das System, das ist auch Dank des Neun-Euro-Tickets klar geworden", erläutert Jürgen Fergg. (pb)

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