Region: Augsburg Stadt

Fehlende Parkplätze am Augsburger Zoo? SPD und Linke fordern Parkdeck

Am Augsburger Zoo kommt es im Sommer regelmäßig zu angespannten Parkplatzsituationen. (Archivbild)

Die Parksituation am Augsburger Zoo ist seit Jahren ein Problem – und damit auch ein Thema, mit dem sich die Stadtpolitik auseinandersetzen muss. Eine Schonfrist gab es während der Corona-Pandemie, als auch im Sommer deutlich weniger Besucher als üblich den Zoo besuchen konnten. In diesem Jahr rückt die Problematik wieder in den Vordergrund: Der Zoo hofft auf Besucherzahlen in Rekordhöhe, und befürchtet, dass der Mangel an Parkplätzen diese einbremsen könnte. Denn viele Zoobesucher kommen nicht aus Augsburg, sondern dem Umland, und diese reisen in den meisten Fällen mit dem Auto an. Die "Soziale Fraktion" aus SPD und Linken im Augsburger Stadtrat hat nun in einem Antrag ihren Lösungsvorschlag eingebracht: Sie wünscht sich ein Parkhaus in der Nähe des Zoos.

In der Vergangenheit hatte die Stadt bereits einige Maßnahmen ergriffen, um die Situation rund um den Zoo und Botanischen Garten in den Griff zu bekommen. Diese kommen aktuell wieder zum Einsatz: Die Wohngebiete im angrenzenden Stadtteil Spickel werden zu Hochzeiten erneut abgesperrt, um die Anwohner zu entlasten – diese hatten sich zuvor über starken Parksuchverkehr in den Sommermonaten beschwert. Zudem gibt es ein Parkleitsystem. Sind die Parkplätze am Zoo voll, wird die Zufahrt gesperrt und die Besucher werden auf Ausweichparkplätze verwiesen. Diese liegen am Spickelbad und zeitweise in der Hofrat-Röhrer-Straße und sind zu Fuß rund zehn beziehungsweise 15 Minuten vom Zoo entfernt. An der Hofrat-Röhrer-Straße wird bei gutem Wetter auch ein Shuttlebus angeboten.

SPD und Linken reicht diese Lösung aber nicht aus. "Die ungelöste Parksituation rund um den Zoo und den Botanischen Garten ist für alle Beteiligten einfach nur eine Katastrophe", schreiben die Parteien in eine gemeinsamen Pressemitteilung. Die Schuld gibt die Oppositionsfraktion der Augsburger Stadtregierung. "Dass nach drei Jahren immer noch kein umsetzbarer Vorschlag, noch nicht mal ein Konzept auf dem Tisch liegt, kann man nur als absolutes Regierungsversagen bezeichnen", wird der Fraktionsvorsitzende Florian Freund (SPD) zitiert.

Viele Besucher kommen aus dem Umland

Die Stadt empfiehlt regelmäßig die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad zum Augsburger Zoo und Botanischen Garten. Der Bus der Linie 32 fährt im 15-Minuten-Takt direkt zu den beiden Freizeitangeboten, in den Pfingstferien sollen laut dem Zoo Augsburg neue Fahrradstellplätze fertiggestellt werden.

Nach Meinung der Sozialen Fraktion liege die Stadt mit dem Verweis auf Bus und Rad jedoch "völlig neben der Sache". Ein Großteil der Gäste des Botanischen Gartens und insbesondere des Zoos komme aus der Region, es handle sich um Familien mit Kindern. "Die reisen nicht mit Sack und Pack mit dem Zug an, wenn sie zwei- bis dreimal umsteigen müssen und die Anreise Stunden in Anspruch nimmt", so SPD-Stadträtin Tatjana Dörfler. "Das ist vollkommen weltfremd."

Parkdeck müsse "sofort geprüft werden"

Die Fraktion fordert stattdessen eine andere Lösung: Sie würde im Zuge der Renovierung des nahegelegenen Spickelbads gerne ein neues Parkdeck über dem bereits vorhandenen Parkplatz des Freibades sehen. Auch das Freibad selbst ziehe in den Sommermonaten viele Besucher an, was die Parksituation im Spickel noch einmal verschärfe. Die Möglichkeit, den Parkplatz am Fribbebad zu überbauen, müsse "sofort geprüft werden", fordert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dirk Wurm (SPD). Sei dies bautechnisch möglich, finde sich auch schnell "eine Lösung für den Betrieb, den klimagerechten Shuttleservice zum Botanischen Garten und zum Zoo sowie ein Konzept zur Auslastung werktags und in den Wintermonaten", glaubt Wurm.

Gleichzeitig sprechen sich SPD und Linke gegen ein Parkdeck direkt am Zoo aus. Hierfür gebe es "zu viele Probleme mit der Zufahrt und der Belastung der Anwohner und Anwohnerinnen als auch mit dem Natur- und Artenschutz". Der Bau am Fribbe-Freibad ist für Wurm die "einzige realistische Lösung". Diese müsse möglichst schnell angegangen werden, schließlich werde auch der Planungs- und Bauprozess wohl noch Jahre in Anspruch nehmen, während denen es weiter starke Nerven bei Besuchern, Anwohnern und den Einrichtungen selbst brauche. Die SPD hätte ein solches Parkdeck bereits im Jahr 2019 gefordert. "Schade, dass hier von den Verantwortlichen anscheinend auf Zeit gespielt wird und so drei Jahre einfach ins Land zogen", kritisiert Dirk Wurm die Stadtregierung. (lat)

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