Region: Augsburg Stadt

Zu großer Andrang am Impfzentrum: Augsburger Stadtregierung reagiert auf Kritik

Rund 1000 Menschen warteten am Samstag schon vor der Öffnung am Augsburger Impfzentrum.

Knapp 1500 Menschen haben sich am Samstag im Augsburger Impfzentrum impfen lassen. 40 Prozent der Geimpften waren dabei laut der Stadt zur Erstimpfung gekommen. Aktuell bietet das Impfzentrum nur noch am Samstag Impfungen ohne Termin an. Während die Stadt nun von einem erfolgreichen Impfsamstag spricht, kommt von der Stadtrats-Opposition Kritik, denn bereits nach einer Stunde waren alle vorgesehenen Impftermine vergeben.

Eigentlich waren Impfwillige von 8 bis 17 Uhr dazu eingeladen, sich ohne Termin am Impfzentrum, in der Maxstraße, in Oberhausen und an der Hochschule gegen Covid-19 impfen zu lassen. Wie die Stadt am Sonntag berichtete, standen aber bereits vor der Öffnung des Impfzentrums rund 1000 Menschen für eine Impfung an. "Wir haben mit einem großen Ansturm am Impfzentrum gerechnet und deshalb den Sicherheitsdienst im Vorfeld verstärkt", sagte Stephan Hampel, Leiter des Impfzentrums. Der Ansturm am Morgen sei dann aber "schon extrem" gewesen. "Deshalb musste zunächst der Zustrom kontrolliert begrenzt werden", so Hampel. "Für viele, die in der Warteschlange stehen mussten, war das freilich nicht angenehm." Die meisten Impfwilligen seien aber gelassen geblieben.

Erst am Nachmittag wurde die Zufahrt zum Impfzentrum wieder für weitere Bürger geöffnet. Ursprünglich waren für den Samstag nur 1100 Impfungen geplant. Letztendlich konnten aber rund 1500 Menschen geimpft werden, laut Gesundheitsreferent Reiner Erben dank einer "unglaublichen Kraftanstrengung des gesamten Teams im Impfzentrum".

Impfstoffknappheit oder zu wenig Personal?

Die Organisation des Impfsamstags stößt bei der Sozialen Fraktion aus SPD und Linken dennoch auf Kritik. "Es darf nicht sein, dass bereits eine Stunde nach Öffnung kein Impfstoff mehr verfügbar ist und Menschen nach Hause geschickt werden", sagte der Fraktionsvorsitzende Florian Freund (SPD) am Samstag. "Wir erwarten von der Stadt lückenlose Aufklärung, wie es zu diesem Versagen kam und welche Rolle Stadt und Freistaat dabei gespielt haben."

Ähnlich sah es Frederik Hintermayr (Linke). "Monatelang haben wir im Stadtrat darüber diskutiert, wie wir die Menschen zur Impfung ermutigen können", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. "Nun kommen sie, können aber größtenteils nicht geimpft werden. Dieser erfreuliche Andrang zeichnete sich in den letzten Tagen jedoch ab und kam für niemanden, außer offenbar die Augsburger Stadtregierung, wirklich unerwartet."

Gesundheitsreferent Reiner Erben (Grüne) wies die Kritik zurück. Sie sei "unbegründet und von wenig Sachkenntnis geprägt". "Egal wie leistungsfähig ein Impfzentrum ist: Eine so große Menschenmenge, wie am Samstagmorgen, kann nicht innerhalb von einer Stunde bewältigt werden", betonte Erben. "Das sollte auch der Sozialen Fraktion klar sein." Der Andrang beim Impfzentrum sei ein "sehr erfreuliches Zeichen" dafür, dass sich viele Augsburger aktuell für eine Erst- oder Auffrischimpfung entscheiden. Das Impfteam habe den Andrang zudem "verantwortungsvoll gemanagt".

Impf-Kapazitäten sollen noch in dieser Woche erhöht werden

Am Montag äußerte sich auch die Stadtregierung noch mit einer gemeinsamen Pressemitteilung zur Kritik an der Impfaktion und bezeichnete diese dabei als "vollen Erfolg". "Knapp 1500 Personen konnten im Impfzentrum geimpft werden", heißt es von CSU und Grünen. "Aus diesem Grund lassen wir die Vorwürfe zu einem Missmanagement nicht gelten, vor allem nicht die Behauptung, dass zu wenig Impfstoff vorhanden war." Laut der Stadt sind in Augsburg unter der Woche aktuell knapp 1000 Impfungen am Tag möglich. Für den Impfsamstag waren zunächst 1100 Impfungen geplant. Wie die Stadtregierung ankündigt, sollen noch in dieser Woche wieder standardmäßig 1500 Impfungen pro Tag erreicht werden.

"Zu keiner Zeit bestand am Samstag Impfstoffknappheit", sagte Peter Rauscher, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Aufgrund der Kapazitäten bei Personal und Räumlichkeiten seien schlichtweg nicht mehr Impfungen möglich gewesen. Im Augsburger Impfzentrum könnten die Kapazitäten aber nun vergleichsweise schnell wieder hochgefahren werden, da in den vergangenen Monaten weder die IT-Infrastruktur noch Schlüsselpositionen bei den Mitarbeitern abgebaut worden seien. "Im Vergleich mit anderen Kommunen haben wir die Lage in unserer Stadt im Griff", glauben deshalb Rauscher und Leo Dietz, Fraktionsvorsitzender der CSU. (lat)

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