Region: Augsburg Stadt

Gutachten zur Staudenbahn: Die Reaktivierung lohnt sich

Die Staudenbahn ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen auf dem Weg zur Reaktivierung.

Die Nutzen-Kosten-Analyse ist günstig, ebenso die Fahrgastprognose: Die Staudenbahn ist auf einem guten Weg, wieder in Betrieb zu gehen. Das hat am Montag die Vorstellung eines Gutachtens zu dem Verkehrsprojekt im Kreisausschuss des Landkreises Augsburg gezeigt.

Die Reaktivierung der 13 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Gessertshausen und Langenneufnach kostet nach aktueller Schätzung mehr als 27 Millionen Euro – ohne Planungskosten. "Es werden wohl eher 30 Millionen Euro", kommentiert Landrat Martin Sailer. Umso wichtiger ist das positive Fazit zur Nutzen-Kosten-Rechnung. Von ihr hängt die Förderfähigkeit des Projekts ab. „Für die von uns angestrebte Wiederinbetriebnahme der Gesamtstrecke mit elektrischen Triebwägen belegt uns die Nutzen-Kosten-Untersuchung mit einem Quotienten von 1,1 eine deutliche, rechnerische Wirtschaftlichkeit des Vorhabens“, sagt Landrat Sailer. "Mit bis zu 90 Prozent der Kosten" schätzt Bayerns Bauminister Christian Bernreiter die mögliche Förderquote ein.

Einstimmig hatte sich am Montagvormittag der Kreisausschuss dafür ausgesprochen, dass die Strecke der Staudenbahn vor der Wiederinbetriebnahme elektrifiziert werden soll. Sowohl aus wirtschaftlichen wie auch ökologischen Gesichtspunkten heraus käme keine andere Option – beispielsweise der Betrieb mit Dieseltriebwägen – in Frage, wie den Redebeiträgen der einzelnen Fraktionen zu entnehmen war. Wenn schon mal die Bagger auffahren, dann müsse man es "einmal richtig machen", setzt sich auch Sailer für diese Lösung ein. Als Partner für das Projekt hat man sich auf die Stadtwerke Ulm festgelegt. Sie sollen die weiteren Planungen vorantreiben, die für die Beantragung der Fördermittel notwendig sind.

Mit der Staudenbahn ließen sich etwa 700 Personen pro Werktag neu für den ÖPNV gewinnen, ist ein weiteres Ergebnis der Untersuchung. Das Fahrgastpotenzial liegt mit 1329 deutlich über dem Richtwert von 1000. Eine mit der Reaktivierung der Strecke verbundene Hoffnung ist, dass Straßen wie die B300 und die B17 entlastet würden. Aber um den Umstieg vom Auto auf die Bahn zu ermöglichen, wären etwa 120 zusätzliche Parkplätze entlang der Staudenbahn notwendig, so das Gutachten.

Bis die erste regelmäßige Zugverbindung in die Stauden wieder fährt, dauert es aber noch. Noch stehen Planungs- und Genehmigungsverfahren an. Läuft alles nach Plan, dann können den Stadtwerken Ulm zufolge die Bauarbeiten im Jahr 2025 starten.

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