Region: Augsburg Stadt

Idee der Osttangente muss endgültig beerdigt werden!

LeserReporter Cemal Bozoğlu

Mit dem Ziel der verkehrspolitischen Entlastung war das Projekt Osttangente großspurig angekündigt worden. Aktuelle Analysen des Staatlichen Bauamtes negieren dieses Versprechen eindeutig. Deshalb fordern die Grünen Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoglu nun ein klares Bekenntnis gegen dieses unschlüssige Projekt und die dringende Prüfung klimaschonender Alternativen. 

Hinsichtlich der schon lange geplanten und aktuell in einer Light-Version vorgesehenen Osttangente erklärt der Grünen Landtagsabgeordnete Cemal Bozoglu: „Eine Osttangente wird weder eine Entlastung für die Mobilitätsherausforderungen von Augsburg und Umland bringen noch einen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Mit alter Denkweise und Fokus auf den Individualverkehr, lassen sich die Fragen der neuen Zeit nicht lösen! Ich fordere das höchst fragwürdige Projekt Osttangente endlich vollständig fallen zu lassen und sich der Prüfung klimaschonender Alternativen zu widmen. Dafür muss es aus dem Bundesverkehrswegeplan komplett gestrichen werden. Spätestens jetzt, wo selbst das Staatliche Bauamt bemerkt, dass eine Osttangente für die B17 in Augsburg keinerlei Entlastung bringen wird, müssen alle verstehen, dass es sich in der Gesamtheit um ein komplett unschlüssiges Projekt handelt. Auch eine Realisierung in einer Light-Version wäre ein falsches Zeichen.“

Die Grünen Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht ergänzt: „Auch für das Umland, etwa die B300 und Friedberg, bringt die mögliche Osttangente keine Entlastung. Alternativ kann zum Beispiel eine kleine Umfahrung um Kissing gerne geprüft werden. Wichtig ist, dass keine neuen Nadelöhre entstehen. Wer die Pariser Klimaziele auch nur im Ansatz im Blick hat, der muss nun Gelder, die bis dato für den Straßenbau vorgesehen sind, zu Gunsten des Ausbaus eines kostengünstigen ÖPNVs und die Radverkehrsinfrastruktur umschichten. Nicht unvergessen bleiben darf zuletzt die Dimension der Trinkwasserversorgung! Mit einer Osttangente wird Autoverkehr und damit verbunden Abgase dorthin getragen, wo Augsburgs Trinkwasserquellen liegen. Naturflächen in einem Landschaftsschutzgebiet werden vernichtet und die Lärmbelastung in der Region erhöht. Auch aus dieser Perspektive heraus wäre das Projekt eine gänzlich falsche Entscheidung.“

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