Region: Augsburg Stadt

Kommentar zur Tariferhöhung: Mehr öffentliches Geld für den AVV

Der AVV erhöht die Preise für Abos und Zeitkarten - und will die Erhöhung mit vermeintlich tollen Extraleistungen versüßen.

Gut gemeint, ist nicht gleich gut gemacht. Mit den vermeintlichen Vorzügen für Abo-Kunden lässt es sich kaum rechtfertigen, dass diesmal die Gelegenheitsnutzer des ÖPNV ungeschoren davon kommen und nur Abonnements und Zeitkarten teurer werden.

Für AVV-Kunden, die in Augsburg oder unmittelbarer Nähe wohnen, mag Carsharing interessant sein, aber wer mit dem Zug in ländlichere Gebiete pendelt, der wünscht sich eher eine funktionierende Verteilerstruktur in umliegende Ortsteile – Carsharing bringt hier nichts und kann keine der fehlenden Busverbindungen aufwiegen. Immerhin: Die Nutzung des Nachtbus ist jetzt inbegriffen, auch wenn vermutlich ein Großteil der Abo-Kunden von diesem Angebot nicht allzu häufig Gebrauch machen wird. Als schmaler Trost bleibt ihnen, dass die Abos nur zwischen zwei und vier Euro im Monat mehr kosten werden, im Jahr also maximal knapp 50 Euro mehr zu bezahlen sind. Einzig im Hinblick auf das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende befindet sich der AVV auf dem richtigen Weg – fragt sich nur wie lange. Bis 2023 läuft es als vom Freistaat gefördertes Pilotprojekt – und dann? Hier kann der AVV selbst nichts tun. Vielmehr ist die Politik auf allen Ebenen gefordert. Die Mandatsträger müssen endlich beweisen, wie ernst es ihnen ist mit Verkehrswende und dem Kampf gegen den Klimawandel. Sie müssen dem AVV deutlich mehr Mittel zur Verfügung stellen, damit dieser die Verkehrssituation in der Region nachhaltig verbessern kann. Denn: Echte Alternativen zum Auto zu schaffen – und das nicht nur in den Städten – ist die bislang ungelöste Herausforderung.

Der Kommentar bezieht sich auf den Bericht zur anstehenden AVV-Tariferhöhung.

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