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Kommunen im Augsburger Land reagieren verärgert auf reduzierten Fahrplan von Go Ahead

Simulator für Lokführer: Dem Unternehmen Go Ahead, das ab 11. Dezember große Teile des Nahverkehrs rund um Augsburg von der DB Regio übernehmen wird, fehlt es an Personal.

Das Eisenbahnunternehmen Go Ahead wird ab 11. Dezember den Nahverkehr rund um Augsburg übernehmen – und hat bereits Zugausfälle zum Start angekündigt. Verärgert reagiert haben auf „diese Hiobsbotschaft“ drei Wochen vor dem Wechsel von DB Regio zu Go Ahead vor allem die betroffenen Kommunen aus dem Landkreis Augsburg, in denen nun weniger Züge halten werden. 

„Uns wurde von Go Ahead in den vergangenen Monaten mehrfach versichert, dass zum Fahrplanwechsel alles planmäßig ablaufen wird“, so Landrat Martin Sailer in einer Stellungnahme unmittelbar nach der Pressekonferenz des Eisenbahnunternehmens am Mittwoch. Er sei "sehr negativ" überrascht und sehe Go Ahead nun in der Pflicht, „schnellstmöglich eine adäquate Lösung zu präsentieren, um den vertraglich vereinbarten Rahmen einzuhalten“.

In Gersthofen, Gablingen, Langweid und Herbertshofen werde der Bahnverkehr zeitweise halbiert und Meitingen verliere einen Zug pro Stunde, stellen Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle, Gablingens Bürgermeisterin Karina Ruf, Langweids Bürgermeister Jürgen Gilg und Meitingens Bürgermeister Michael Higl ernüchtert in ihrer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Landratsamt Augsburg fest. Ihre Kommunen liegen an der Bahnstrecke des RB87, auf der laut Go Ahead nun die Verstärkerzüge entfallen werden.

„Aktuell sieht es so aus, als würden wir in Gersthofen, Gablingen, Langweid und Herbertshofen zwischen 8.30 und 15.30 Uhr für etwa ein halbes Jahr nahezu die Hälfte unserer Züge verlieren“, fasst Langweids Bürgermeister Gilg zusammen. „Das ist für uns definitiv nicht akzeptabel.“ Die Gemeinde baue ihren Bahnhof schließlich nicht grundlos für mehrere Millionen Euro barrierefrei um, so Gilg. Als „absolut falsches Zeichen im Zusammenhang mit der angestrebten Mobilitätswende“ bezeichnet Gablingens Bürgermeisterin Ruf die Ausdünnung des Zugverkehrs. Ihre Gemeinde habe „gerade erst kürzlich die Bahnsteige erhöhen lassen und eine Bike-and-Ride-Anlage eingerichtet“, um den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten. Die Streichung der Züge sei „mehr als nur ein kleiner Rückschritt für uns und überaus unglücklich“.

Für die Modernisierung ihres Bahnhofs habe die Stadt Gersthofen in den vergangenen Jahren insgesamt zwölf Millionen Euro aufgebracht, so Bürgermeister Wörle, der betont: „Ich würde ja mal gerne von den Verantwortlichen wissen, nach was für Maßstäben sie entschieden haben, welche Strecken ihrer unzureichenden Personalplanung zum Opfer fallen“. (jaf)

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