Region: Augsburg Stadt

Kongressparkhaus komplett geschlossen: Parksituation im Antonsviertel verschärft sich

Das Parkhaus am Augsburger Hotelturm kann nun auch von den Hotelgästen nicht mehr genutzt werden.

Das inzwischen deutlich marode Parkhaus am Kongress am Park sorgt in der Stadt seit Jahren für Diskussionen. Bislang wurden die Tiefgaragen-Stockwerke noch vom Hotel Dorint, mit dem markanten Augsburger Hotelturm, genutzt. Nun sind auch diese geschlossen und Hotelgäste müssen mit ihren Autos entweder auf die Parkplätze der circa 400 Meter entfernten Erhard-Wunderlich-Sporthalle oder in die Wohngebiete ausweichen, wie dies Besucher des Kongress am Park bereits seit der Schließung der oberen Parkhaus-Stockwerke im Jahr 2012 tun. Der Parkdruck im Antonsviertel wächst. Eine Lösung könnte auf sich warten lassen.

Weil das marode Kongressparkhaus im Privatbesitz mehrerer Eigentümer ist, hat die Stadt selbst wenige Möglichkeiten, auf die Vorgänge Einfluss zu nehmen. Gemeinsam mit dem Haupteigentümer, dem Augsburger Immobilienunternehmer Bernhard Spielberger, hat die Stadt im Jahr 2019 den Planungsprozess für einen Abriss des Parkhauses und den Neubau einer Wohnanlage inklusive Tiefgarage angestoßen. Bis dahin herrschte unter den Eigentümern lange Uneinigkeit, was mit dem Parkhaus passieren sollte. Inzwischen sieht das Konzept ein Hochhaus als kleineren "Zwilling" des Hotelturms vor, sowie eine Tiefgarage mit fünf Stockwerken. Wann mit den Arbeiten begonnen werden kann, ist noch unklar.

Durch die komplette Schließung des Parkhauses, wohl aufgrund von Schäden, die bei einem Brand im Juni entstanden, ergibt sich nach Einschätzung des Baureferats aktuell eine "sehr unglückliche Situation" im Viertel rund um Kongresshalle, Wittelsbacher Park und Hotelturm. Da der Stadt Augsburg ein gut funktionierender Hotelbetrieb "sehr wichtig" sei, werde die Entwicklung mit Besorgnis gesehen. "Zudem hat die Stadt ein hohes Interesse daran, dass der Parkdruck und der Parksuchverkehr in den umliegenden Straßen des Antonviertels nicht weiter ansteigen", heißt es aus dem Baureferat.

Außer der Bereitstellung des öffentlichen Parkplatzes an der Sporthalle sieht das Baureferat kurzfristig keine Möglichkeit, das Viertel zu entlasten. Grundsätzlich müsse die Ausweisung von Bewohnerparkgebieten im gesamten Stadtgebiet neu geprüft werden, erklärt das Referat. Hierfür müssten jedoch großräumige Parkraumerhebungen und Parkraumanalysen durchgeführt werden. Erst auf dieser Grundlage könne dem Stadtrat dann ein Beschluss zu einer Neuordnung des Bewohnerparkens auch im Antonsviertel vorgelegt werden.

Doch auch Besucherparkplätze wird es an der Kongresshalle weiterhin brauchen. Den ursprünglich geplanten Bau einer eigenen Tiefgarage unter der Gögginger Straße hat die Stadt im Jahr 2020 trotzdem auf Eis gelegt. Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Tiefgarage an der Kongresshalle nicht mehr zu finanzieren, entschied der Bauausschuss.

Nun setzt man auf Spielbergers Bauprojekt. Dieser will eine Wohnanlage für Senioren bauen. In deren Tiefgarage sollen auch Parkplätze für Hotel und Kongresshalle wiederhergestellt werden. Im Zusammenhang mit dem Bauprojekt will die Stadt auch den Straßenabschnitt am Kongressparkhaus umbauen und unterbrechen, sodass der Besucherverkehr zum Parkhaus künftig nur noch über die nördliche Imhofstraße abgewickelt wird. "Das Antonsviertel würde dann vom Parksuchverkehr durch eine alternative Verkehrsführung entlastet werden", hofft das Baureferat.

Doch auch Spielberger verweist inzwischen auf die Finanzierung: Wenn nicht bald mit dem Bau begonnen werden könne, lohne sich das Projekt für ihn aufgrund der Baukostensteigerung nicht mehr, meinte der Immobilienunternehmer im Juni. Eine Sanierung des Parkhaus-Skeletts ist dem Haupteigentümer zufolge ohnehin nicht mehr tragbar. Mit dem Abriss des alten Parkhauses, der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes, der laut Baureferat für die Baugenehmigung der Wohnanlage nötig ist, sowie den abschließenden Baumaßnahmen wird es bis zu einer endgültigen Lösung auch im besten Fall noch Jahre dauern.

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