Region: Augsburg Stadt

Maßnahme für Gastronomie und Kultur: Ab sofort sind Heizpilze in Augsburg erlaubt

Der Allgemeine Ausschuss des Augsburger Stadtrats hat für die kommenden Monate eine Ausnahmeregelung für Heizpilze beschlossen.

In den kommenden Monaten sollen in Augsburg Heizpilze, Heizstrahler und andere Heizeinrichtungen wie Heizkissen für Restaurants und Veranstaltungen im Freien erlaubt werden. Die Regelung ist Teil mehrerer Maßnahmen zur "Ermöglichung von kulturellen, sozialen, gastronomischen Angeboten" in den kalten Monaten, die der Allgemeine Ausschuss des Augsburger Stadtrats am Mittwoch einstimmig beschlossen hat.

Die Stadt erwartet demnach auch in diesem Jahr einen Anstieg des Corona-Infektionsgeschehens in den Wintermonaten. Laut der Beschlussvorlage müsse man deshalb weiterhin auf die "Vermeidung von Infektionsketten" hinwirken. Deshalb seien Aktivitäten im Freien einem Aufenthalt im Innenbereich vorzuziehen. Auch die ökologischen Bedenken gegen Heizmittel im Freien nimmt die Augsburger Stadtpolitik deshalb in diesem Jahr in Kauf.

Auch im vergangenen Jahr waren bereits ähnliche Beschlüsse gefällt worden, wegen des dann über die Wintermonate andauernden Lockdowns traten sie allerdings nie in Kraft. Der Beschluss beinhaltet neben der Erlaubnis für Heizpilze unter anderem einen weitere Erlassung der Sondernutzungsgebühren für die Außengastronomie und eine Erlaubnis für Windschutzelemente und Plexiglaswände. Die beschlossenen Maßnahmen gelten ab sofort bis zum 31. März 2022.

Für die Nutzung der Heizelemente sollen einige Vorgaben gelten. So müssen diese heruntergedreht beziehungsweise ausgeschaltet werden, wenn sich keine Gäste im Außenbereich befinden, außerdem müssen gleichzeitig die ebenfalls erlaubten Windschutzelemente genutzt werden, um die Wärme möglichst lange zu halten. "Vorzugswürdig" sind laut der Beschlussvorlage "ökologischere Varianten" wie Pellet-Heizungen.

Die Zulassung der Heizelemente sei außerdem "ausdrücklich befristet und ohne Präzedenzwirkung", so das Ordnungsreferat. Die verbrauchte Energie will die Stadt dann durch das Pflanzen von Bäumen kompensieren. Man gehe anhand des vom Umweltbundesamtes errechneten CO2-Verbrauchs davon aus, dass für jedes Heizelement, das über den zugelassenen Zeitraum von rund fünf Monaten betrieben wird, zwei Bäume mit einem Stammdurchmesser von 23 Zentimetern und einer Höhe von 1,30 Metern gepflanzt werden müssen, um die selbe Menge an CO2 zu speichern. Das Augsburger Umweltamt soll letztendlich berechnen, wie viele Bäume tatsächlich zur Kompensation benötigt werden. Die Bäume sollen dann im Augsburger Stadtwald gepflanzt werden.

Durch die getroffenen Maßnahmen wie den Windschutz, ein Beratungsangebot der Umweltverwaltung zu alternativen Lösungen und die Kompensationspflanzungen sei laut der Beschlussvorlage "dem ökologischen Gedanken Rechnung getragen und zugleich die prioritäre Förderung des Gesundheitsschutzes erreicht". (lat)

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