Region: Augsburg Stadt

Mehr Verkehr auf der Schiene: Bahn hält Kapazität des Hauptbahnhofs Augsburg für ausreichend

Die Befürchtungen aus den Reihen der Lokalpolitik, dass der Hauptbahnhof in Augsburg nicht gerüstet sei für ein höheres Verkehrsaufkommen, teilt die Bahn nicht.

Die Bahn hat nun Stellung bezogen zu den Befürchtungen, dass der Hauptbahnhof in Augsburg dem nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 steigenden Verkehrsaufkommen nicht gewachsen sei und der Fernverkehr den Nahverkehr verdrängen könnte. Dem widerspricht die Bahn.

Mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen ist das Ziel der sogenannten Verkehrswende. Um das zu erreichen, wird derzeit auf deutschen Bahnstrecken viel geplant, um- und neugebaut. Die Trassenplanung für eine neue Fernverkehrsverbindung zwischen Augsburg und Ulm gehört dazu, aber auch die Umgestaltung des Augsburger Hauptbahnhofs. Doch jüngst wurden Zweifel daran laut, dass der Bahnhof trotz des Umbaus einem steigenden Verkehrsaufkommen gewachsen sei. Die Bahn ist diesen Befürchtungen nun entgegengetreten.

Landrat Martin Sailer hatte gemeinsam mit mehreren Abgeordneten und Bürgermeistern aus dem Landkreis Augsburg angemahnt, dass mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 am Hauptbahnhof Augsburg keine ausreichenden Kapazitäten mehr für den örtlichen Nahverkehr bestünden. Der Nahverkehr würde vielmehr durch den ansteigenden Fernverkehr verdrängt, so Sailer.

Kapazität ausreichend

Auf Nachfrage teilt ein Sprecher der Bahn mit, dass die Kapazitäten des Knotens Augsburg zur Abwicklung der dann geplanten Fern- und Nahverkehrskonzepte ausreichend seien. Tatsächlich erfolge die Anpassung der Gleis- und Bahnsteiginfrastruktur im Augsburger Hauptbahnhof im Hinblick auf weiteres Verkehrswachstum im Fern- und Nahverkehr sukzessive bereits seit mehreren Jahren. "Es wurden auch bereits erste Maßnahmen zur Erweiterung der Kapazitäten getroffen, um auch künftig eine stabile Abwicklung des Betriebs sicherzustellen", so der Sprecher der Bahn.

Mehr Gleise und bessere Signaltechnik

So stehen mit dem Abschluss der Bauarbeiten für die Mobilitätsdrehscheibe ab 2023 mit dem bereits errichteten Bahnsteig F dauerhaft elf statt zuvor neun Bahnsteiggleise zur Verfügung. Im Bereich des ehemaligen Rangierbahnhofs soll bis 2025 eine "moderne leistungsfähige Abstellanlage errichtet" werden, auf der dann Nahverkehrsfahrzeuge abgestellt werden können. Durch signaltechnische Anpassungen will die Bahn bis 2028 die Einfahrmöglichkeit in die Gleise 10 und 12 aus Richtung Norden beschleunigen und ein zusätzliches Gleis für den Güterverkehr soll die Bahnsteiggleise zusätzlich entlasten. "Bereits heute besteht mit den vier Gleisen zwischen Augsburg-Hirblinger Straße und dem Augsburger Hauptbahnhof eine gute Möglichkeit zur Entflechtung von Nah- und Fernverkehrszügen aus und in Richtung Ulm", so der Bahn-Sprecher weiter. Zusammen mit den zwei Streckengleisen von und nach Donauwörth stünden so zwischen Oberhausen und Augsburg Hauptbahnhof sechs Gleise zur Abwicklung des Zugverkehrs Verfügung.

"Aus unserer Sicht ist es ein Irrtum, dass sich für den Landkreis Augsburg etwas verschlechtert", stellt der Sprecher fest. Der Deutschlandtakt des Bundes sehe sogar mehr Nahverkehr für den Landkreis vor. Der Bund habe eine Untersuchung der Kapazitäten des Bahnknoten Augsburg beauftragt. "Wenn es dabei neue Handlungserfordernisse gibt, wird der Bund diese sicherlich kommunizieren", so die Stellungnahme der Bahn.

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