Region: Augsburg Stadt

"Offene Pausenhöfe" sollen jungen Menschen mehr Freiflächen in Augsburger Stadtteilen bieten

Als eine von sechs Schulen bietet die Kapellen-Mittelschule in Oberhausen bislang einen "Offenen Pausenhof" an.

Freiflächen, auf denen Kinder und Jugendliche spielen und sich bewegen können, sind in der Stadt Augsburg knapp – und werden aufgrund der Nachverdichtung von Wohnflächen immer knapper. Der Bildungs- und Jugendhilfeausschuss des Augsburger Stadtrats hat deshalb nun einer Ausweitung des Konzepts "Offene Pausenhöfe" zugestimmt. Die Jugend der unterschiedlichen Stadtteile soll so Zutritt zu den Spielflächen erhalten, statt diese außerhalb der Unterrichtszeit ungenutzt zu lassen.

Verbunden werden soll dies allerdings immer mit einer pädagogischen Betreuung. So könnten junge Menschen laut der Beschlussvorlage "durch sinnvolle, angeleitete Freizeitbeschäftigung" niederschwellig gefördert werden. Bereits jetzt werden mehrere Schulhöfe in der Stadt als "Offene Pausenhöfe" genutzt. Das Angebot wurde laut dem Sozialreferat bereits seit Ende der 90er Jahre umgesetzt, schließlich 2003 im Jugendhilfeausschuss beschlossen und zuletzt 2004 konzeptionell ausgerichtet.

Bislang beteiligen sich an dem Projekt fünf Mittelschulen und eine Grundschule, umgesetzt wird es in einer Kooperation von Sozialreferat, Bildungsreferat, Jugendamt und Trägern der Jugendarbeit. Die Träger setzen laut Stadt für die Gestaltung des pädagogischen Angebots auf studentische Hilfskräfte, die jeweils von einer hauptamtlichen pädagogischen Fachkraft angeleitet werden. Damit das Angebot wetterunabhängig stattfinden kann, stellen die Schulen auch Innenräume sowie Lagermöglichkeiten für Materialien zur Verfügung.

Mit der Fortschreibung des Konzepts sollen nun künftig weitere Schulen in das Angebot aufgenommen werden. Man setze dabei auf Schulen, die von sich aus Interesse an der Teilnahme anmelden. Die Stadt verfolgt allerdings das Ziel, pro Jahr mindestens zwei Standorte für das Projekt zu gewinnen. Das Sozialreferat rechnet mit jährlichen Kosten von rund 5800 Euro pro Offenem Pausenhof.

Auch im Jahr 2021 sollen "möglichst zeitnah" bereits zwei neue Schulen für das Konzept gefunden werden. Bis zum Jahresende 2021 sollen mindestens zehn Schulen offene Pausenhöfe anbieten, bis 2023 mindestens zwölf Schulen. Finanziell gedeckt seien im Haushalt aktuell acht Standorte, womit der geplante Ausbau in diesem Jahr gedeckt sei. Für die Jahre 2022 und 2023 müssten weitere Haushaltsmittel angemeldet werden.

Der Beschluss sieht außerdem auch eine Weiterentwicklung des Konzepts vor, um die künftigen Ziele, Zielgruppen und die Art des Angebots zu beschreiben. Das Sozialreferat sieht in dem Konzept eine Möglichkeit für die Schulen, sich "in den zu Stadtteil öffnen und so langfristig zu einem Ort der Bildung und Begegnung werden". Erreichen wolle man vor allem junge Menschen aus dem direkten Umfeld der Gebäude, die unabhängig von der Schulzugehörigkeit miteinander Bildung und Teilhabe erleben sollen.

Die Offenen Pausenhöfe kämen aber auch dem spezifischen Bedarf in der Corona-Pandemie entgegen, öffentliche Räume für Kinder und Jugendliche vorzuhalten, die in eher beengten häuslichen Verhältnissen lebten. Aktuell pausieren mehrere Schulen das Angebot, laut Beschlussvorlage "aus unterschiedlichen Gründen". Sie alle sollen aber "nach Möglichkeit" die Pausenhöfe bis Ende 2022 wieder öffnen.

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X