Region: Augsburg Stadt

Parken in der Augsburger Innenstadt wird teurer

In der Maximilianstraße sollen die Parkgebühren im kommenden Jahr auf 2,60 Euro pro Stunde steigen.

Das Parken in der Augsburger Innenstadt soll künftig teurer werden. Das hat der Bauausschuss des Stadtrats in der vergangenen Woche mehrheitlich beschlossen. Eine endgültige Zustimmung in der Stadtratssitzung am Donnerstag ist damit wahrscheinlich. Voraussichtlich ab April würden die Parkgebühren in Gebieten "mit hohem Parkdruck" demnach 2,60 Euro statt 2 Euro pro Stunde kosten. Zu diesem Bereich soll dann auch die gesamte Maximilianstraße zählen.

Teil des Beschlusses ist auch die bereits seit längerem diskutierte Abschaffung der "Semmeltaste", die es Autofahrern bislang erlaubt, eine halbe Stunde lang kostenlos in der Augsburger Innenstadt zu parken. Diese Möglichkeit soll es künftig nicht mehr geben. Sie wird auch aufgrund der Klimakrise als nicht mehr zeitgemäß erachtet.

Trotzdem habe man versucht, eine "objektive Entscheidungsgrundlage" zu schaffen, heißt es in der Beschlussvorlage des Tiefbauamts. Die Verwaltung sollte auswerten, wo und wie häufig die Semmeltaste tatsächlich genutzt wurde. Aufgrund von "technischen Beschränkungen" der Augsburger Parkscheinautomaten sei eine solche Auswertung aber nicht möglich gewesen. Das Tiefbauamt argumentiert aber, dass der Parksuchverkehr in der Innenstadt inzwischen "erheblich" zugenommen habe, und glaubt, dass dieser durch die Abschaffung der Semmeltaste wieder verringert werden kann. "In der Folge würde sich auch die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern", so die Beschlussvorlage.

Teil des Beschlusses sind außerdem die Erhöhung der Parkgebühren in allen Bereichen. Die normalen Parkgebühren innerhalb des Stadtgebiets sollen im kommenden Jahr von 60 Cent auf einen Euro pro Stunde erhöht werden. In den zentraleren Bereichen "mit hohem Parkdruck" steigen die Preise von 2 auf 2,60 Euro.

Kernzone könnte noch weiter ausgeweitet werden

Teil dieses teureren Bereichs wird dann auch die südliche Maximilianstraße inklusive des Ulrichsplatzes sein. In diesem Straßenzug sollen die Parkgebühren also um 60 Cent auf 2,60 Euro pro Stunde steigen. Diese Ausweitung des Kernbereichs sei unter anderem deswegen geboten, weil die Fußgängerzone im kommenden Jahr versuchsweise bis zum Herkulesbrunnen ausgeweitet wird. Das Tiefbauamt erwartet deshalb Verlagerungseffekte von den Parkplätzen, die dann in diesem Bereich der Maxstraße wegfallen. Zudem sei die südliche Maxstraße auch "aufgrund der Bedeutung" der Kernzone zuzuordnen.

Die Verwaltung soll nach dem Beschluss prüfen, ob der Kernbereich künftig auch noch weiter ausgeweitet werden sollte. CSU und Grüne, die den entsprechenden Antrag stellten, begründeten dies unter anderem damit, dass seit der erstmaligen Festlegung des Gebiets die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge stark gestiegen sei. Womöglich sei es deshalb nicht mehr zeitgemäß, dass Straßenzüge wie die Bäckergasse, die Jakoberstraße und die Schießgrabenstraße nicht zu den Bereichen mit hohem Parkdruck zählen.

Auch die maximalen Parkgebühren bei Großveranstaltungen, etwa auf dem Messeparkplatz, werden erhöht. Autos zahlen dabei künftig maximal 10 statt 5 Euro.

Beitrag zur Mobilitätswende

Die Maßnahmen sehen Stadtverwaltung und Politik laut Beschlussvorlage als "wirksames Instrument", um "steuernd in die Nutzung des begrenzten öffentlichen Raums einzugreifen". Durch die Zunahme an Einwohnern, Pendlern und zugelassenen Fahrzeugen nehme der Bedarf an Parkplätzen immer weiter zu. Gleichzeitig sei das Parken auch ein wichtiger Bestandteil der Verkehrspolitik, die künftig eine "Verschiebung bei der Verkehrsmittelwahl" zu umweltfreundlicher Mobilität fördern soll.

Finanziell rechnet die Stadt damit, dass aufgrund der erwarteten Lenkungswirkung die Einnahmen nicht parallel mit der Preiserhöhung steigen werden. Vielmehr erwarte man "geminderte Mehrerträge".

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X