Region: Augsburg Stadt

Protest gegen Hochschulreform und "neoliberale Agenda" des Wissenschaftsministeriums

Protest gegen die Reform des bayerischen Hochschulgesetztes auf dem Augsburger Rathausplatz.

Auf dem Augsburger Rathausplatz haben Studierende gegen die geplante Reform des bayerischen Hochschulgesetzes protestiert. "Die Reform soll Hochschulen weiter ökonomisieren, was zur Folge haben wird, dass Mitbestimmung eingeschränkt wird, die Lehre in den Hintergrund rückt, und prekäre Beschäftigungsverhältnisse und der allgemeine Verwertungsdruck an den Universitäten steigt", so die Organisatoren der Demo.

Durch die Wettbewerbsorientierung werde die Qualität von Forschung und Lehre gefährdet, da die Universitäten in einen wirtschaftlichen Konkurrenzkampf gestellt würden und Forschung nach der wirtschaftlichen Verwertbarkeit beurteilt und gefördert werde. "Gerade kleinere Fächer aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich und die Grundlagenforschung allgemein werden dadurch schlechter gestellt sein", so eine der Befürchtungen. Auch die Mitbestimmung an den Hochschulen werde durch die Reform stark eingeschränkt. Die Gremien, die Mitbestimmung ermöglichen, sollen künftig von den Hochschulen selbst festgelegt werden. Dies könne zur Folge haben, dass hochschuldemokratische Mitbestimmung weiter eingeschränkt werde und das Machtgefälle zwischen der Universitätsleitung und den Studierenden und Mitarbeitern wächst.

„Das Wissenschaftsministerium spricht von Innovation, aber statt tatsächlich innovativ die Demokratie und Forschung an den Hochschulen auszubauen und voranzutreiben, besinnt sich die bayerische Regierung zurück auf die neoliberale Agenda einer Margaret Thatcher und treibt den Ausverkauf des Gemeinwesens weiter voran“, fasst Cornelia Ulrich vom Bündnis gegen die Hochschulreform Augsburg zusammen. (pm)

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