Region: Augsburg Stadt

Radikallösung fürs Römermuseum: Abschied vom Predigerberg?

In Augsburg wird weiter um einen Nachfolger für das geschlossene Römische Museum gekämpft.

Eine "Radikallösung für den Predigerberg" hat nun der Verein AKSQ (Aktionsbündnis für kulturelles Erbe und Soziales im Quartier) vorgestellt. Das Bündnis fordert einen Abschied von der Idee, am Predigerberg einen Neubau für ein Römisches Museum in Augsburg errichten zu wollen – und liefert dafür einige Argumente und alternative Standorte.

Erst jüngst war die Stadtratsfraktion "Bürgerliche Mitte" mit dem Antrag an die Öffentlichkeit gegangen, die von der Stadt veranlasste Machbarkeitsstudie für ein Römermuseum am Predigerberg verstärkt auf die Finanzierung diese Projekts auszurichten und gegebenenfalls auch den Verkauf der dortigen städtischen Grundstücke einzuplanen, um das Museum verwirklichen zu können. Das Aktionsbündnis geht nun deutlich weiter: Augsburg solle sich von dem Plan verabschieden, ein neues Römisches Museum am Predigerberg errichten zu wollen. "Der geplante Standort ,Predigerberg' ist der denkbar teuerste, basierend auf der Hangbebauung", argumentiert der Verein. Auch das "Strategieziel der Errichtung eines modernen Museums mit ,internationalem' Niveau an diesem Standort" kritisiert das Aktionsbündnis als zu unkreativ.

Der Verein ist überzeugt, die Machbarkeitsstudie könne nur zu dem Ergebnis kommen, dass "die Gesamtkosten für das Projekt Römermuseum am Predigerberg eine Realisierung in absehbarer Zeit unmöglich machen". Allenfalls eine mittelfristige Lösung und Umsetzung innerhalb von drei bis fünf Jahren sei denkbar. Dabei müssten vor allem nicht kalkulierbare Kosten für die Hangbebauung vorrangig berücksichtigt werden. "Ein weiteres Kostenfiasko, wie bei dem Staatstheater, akzeptieren die Augsburger Bürger nicht mehr", heißt es in der Erklärung zur Radikallösung.

Römermuseum auf dem Plärrergelände?

Der Ansatz des Aktionsbündnisses sieht dagegen in einem ersten Schritt den Verkauf des Grundstücks am Predigerberg vor. Als zu erwartenden Nettoerlös gibt der Verein rund 18 Millionen Euro an, die wiederum als Startkapital für den Neubau eines Römermuseums dienen sollen. In der Standortfrage böten sich aus Sicht des Vereins mehrere Alternativen an: am Pfannenstiel, auf dem Plärrergelände, dem Parkplatz Fujitsu über den keltischen Funden oder auf Grundstücken der Stadt am Lech.

Am Predigerberg soll dagegen Wohnbebauung entstehen – "dezent" und "der historischen Umgebung angemessen", wie der Verein betont. Hier sieht das Bündnis Kunstbeirat und Architekten gefragt. Für einen Bauinvestor würde sich das Geschäft mit dem Predigerberg nach Ansicht von AKSQ lohnen – die Wirtschaftsexperten in den Reihen des Vereins haben schon einen Bruttogewinn (vor Steuern) von 11.699.000 Euro ermittelt.

Die Stadt Augsburg selbst soll nun nach Meinung des Vereins auf die Suche nach Investoren gehen. "Wir von AKSQ e.V. unterstützen und beraten gerne", so das Aktionsbündnis.

Nun muss der Verein freilich abwarten, wie dieser Vorstoß im Stadtrat aufgenommen wird. Dem Vernehmen nach sind aber Stadträte aus verschiedenen Fraktionen bereits im engeren Austausch mit dem Aktionsbündnis und durchaus offen für dessen Vorschläge. Das hat sich zuletzt auch bei der Idee für einen Römerpark auf dem Gelände "Am Pfannenstiel" gezeigt. Die Fraktion der Grünen sprach sich dafür aus, diesen Vorschlag zumindest zu prüfen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass erst die Machbarkeitsstudie abgewartet wird, bevor die Standortfrage noch einmal diskutiert wird.

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X