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Sauter-Masken landeten auch in der Stadt Augsburg

Im Masken-Skandal um den Günzburger CSU-Politiker Alfred Sauter sind weitere Details bekannt geworden

Sauter soll für die Vermittlung von Maskengeschäften der Firma Lomotex mit dem Freistaat Bayern rund 1,2 Millionen Euro kassiert haben.

Insgesamt 56.275 FFP2-Masken aus dem Deal des CSU-Politikers Alfred Sauter sind offenbar auch in die Stadt Augsburg gelangt, 48.675 in den Landkreis Augsburg, 25.700 in den Landkreis Aichach-Friedberg, 24.250 in den Landkreis Günzburg und 18.500 in den Landkreis Dillingen. Das belegt eine aktuelle Landtagsanfrage des Grünen-Abgeordneten Max Deisenhofer. Das pikante Detail an der Lieferung sei, dass die Masken erst am 19. Januar 2021 das Pandemiezentrallager verließen, allerdings zum im März 2020 verhandelten Preis, erklärt Deisenhofer. "Zu diesem Zeitpunkt waren FFP2-Masken im Einzelhandel schon lange zu deutlich günstigeren Preisen erhältlich als zu jenen 3,60 Euro, die die Bayerische Staatsregierung nach Vermittlung von Alfred Sauter im Einkauf an die hessische Textilfirma Lomotex bezahlt hatte", betont der Landtagsabgeordnete.

Das Geschäft im März 2020 sei nur durch das Versprechen einer schnellen Lieferung überhaupt zustande gekommen. "Davon kann aber zehn Monate später überhaupt keine Rede sein", sagt die Augsburger Grünen-Politikerin Stephanie Schuhknecht, die stellvertretendes Mitglied im "Untersuchungsausschuss Maske" des Bayerischen Landtags ist. "Mich schockiert, wie schlecht der Masken-Deal für unseren Freistaat lief und wie schamlos sich ranghohe CSU-Politiker in einer großen Notlage bereichert haben", so Schuhknecht.

Laut Medienberichten sei zudem die erste Charge der von Sauter vermittelten Lomotex-Masken aus Sicht des Infektionsschutzes völlig unbrauchbar gewesen. Die Durchlässigkeit der Schutzausrüstung lag bis um ein Elffaches über dem zulässigen Grenzwert. „Ohne den Druck der Opposition wären das Ausmaß der Affäre und die Folgen für die Bevölkerung noch immer unbekannt“, sagt Deisenhofer, der ebenfalls stellvertretendes Mitglied im Untersuchungsausschuss ist.

Der inzwischen fraktionslose Landtagsabgeordnete Sauter, der aber noch immer Mitglied der CSU und der CSU-Fraktion im Günzburger Kreistag ist, soll für die Vermittlung von Maskengeschäften der Firma Lomotex mit dem Freistaat Bayern rund 1,2 Millionen Euro kassiert haben. Dieselbe Summe sollte der ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein bekommen. Der gebürtige Krumbacher Nüßlein trat im vergangenen März, nach bekannt werden der Vorwürfe, aus der CSU aus. (pm/red)

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