Region: Augsburg Stadt

SPD und Linke sprechen sich gegen umzäunten Bereich auf dem Augsburger Christkindlesmarkt aus

Die Engelspyramide mitsamt Glühweinstand darf auch in diesem Jahr auf dem Augsburger Christkindlesmarkt stehen –laut Planungen der Stadt allerdings in einem abgezäunten Bereich.

Wie die Stadt Augsburg am Montag ankündigte, sollen die Glühweinstände des Christkindlesmarkts auf dem Rathausplatz in diesem Jahr durch einen Zaun vom Rest des Markts abgetrennt werden, damit die benötigten Sicherheitsabstände sicher eingehalten werden können. Die Glühweinverkäufer, die am Montag durch das Los einen der begehrten und aufgrund der Pandemie begrenzten Plätze auf dem Rathausplatz ergattern konnten, zeigten sich von der angekündigten Auflage wenig erfreut. Unterstützung erhalten sie nun von der Sozialen Fraktion des Augsburger Stadtrats.

In einem Dringleichkeitsantrag fordert die Fraktion aus SPD und Linken eine "Neukonzeption ohne eine solche Umzäunung", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Stattdessen soll der Christkindlesmarkt nach Vorstellung der Sozialen Fraktion auf Teile der Maximilianstraße zwischen Merkur- und Herkulesbrunnen ausgeweitet werden.

Das Los hatte am Montag unter anderem entschieden, dass der Stand der Familie Diebold, der mit seiner großen, hölzernen Engelspyramide auch das Erscheinungsbild des Augsburger Christkindlesmarkt prägt, in diesem Jahr erneut auf dem Rathausplatz stehen darf. Doch für die Familie Diebold und die drei weiteren Gewinner der Verlosung war die Ankündigung der Umzäunung auf dem Rathausplatz ein deutlicher Wehrmutstropfen.

Laut Stadträtin Sieglinde Wisniewski (SPD) sei eine Umplanung nun dringend notwendig. "Viele der Standbesitzer freuten sich über ihre Losung auf den Rathausplatz, wurden jedoch erst im Nachhinein über den geplanten Bauzaun informiert", erklärt sie. Von den Betreibern sei die Sorge geäußert worden, dass eine solche Umzäunung die Besucher abschrecken werde. Diese Argumentation könne die Stadträtin "sehr gut nachvollziehen".

Laut dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dirk Wurm (SPD) gebe es auch keine rechtliche Veranlassung für den Zaun. "In einem Papier des Freistaates zur Durchführung von Weihnachtsmärkten heißt es nur, dass der Veranstalter auf die Einhaltung der Mindestabstände zu achten hat", betont Wurm. Die Soziale Fraktion sehe deshalb eine weitere Entzerrung der Stände als die sinnvollere Maßnahme für eine "pandemiegerechte Durchführung des Christkindlesmarktes" an.

Die Fraktion will "passende Stände" statt auf dem Rathausplatz auf der Maximilianstraße zwischen Merkur- und Herkulesbrunnen ansiedeln. Eine Entzerrung des Marktes ist sowieso bereits vorgesehen: Weil die Stadt die größten Menschenansammlungen um die Glühweinstände erwartet, werden in diesem Jahr nur vier Glühweinverkäufer auf dem Rathausplatz zugelassen, während der Rest an alternative Standorte wie den Merkurbrunnen oder den Königsplatz ausweichen muss. Der Vorschlag der sozialen Fraktion sieht nun aber vor, auch die übrigen Stände weiter über die Maximilianstraße zu verteilen, damit die Abstände vor den Glühweinständen am Rathausplatz besser eingehalten werden können.

Die geplante Abgrenzung des Glühweinverkaufs auf dem Rathausplatz bezeichnet die Fraktion dagegen als "Bürokratiezaun", der verhindert werden müsse. "Und sollte ein solcher Zaun durch einen rasanten Anstieg der Infektionszahlen und ein Umschalten der Corona-Ampel dennoch notwendig sein, ließe sich dieser auf die Schnelle problemlos aufbauen", glaubt Dirk Wurm.

Das Thema dürfte wohl, sollte die Stadt auf die bislang geäußerte Kritik von Seiten der Standbetreiber nicht reagieren, noch für Diskussionen in der kommenden Stadtratssitzung am Donnerstag sorgen. (lat)

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