Region: Augsburg Stadt

Feiern im "Theaterviertel" Stadt sucht Kompromiss zwischen Anwohnern, Gastronomen und Feiernden in der Ludwigstraße

In der Augsburger Ludwigstraße befindet sich viel Gastronomie. Das führt auch zu Beschwerden von Anwohnern.

Im Bereich der Augsburger Ludwigstraße befinden sich zahlreiche Restaurants und Bars. Vor allem an den Wochenenden sind in der Straße in der Nähe des Augsburger Staatstheaters deshalb oft zahlreiche Feiernde unterwegs. Zwischen Gastronomen und Anwohnern der Straße in der Innenstadt wollte die Stadt nun im Vorfeld an den "Stadtsommer" durch ein gemeinsames Gespräch im Weissen Lamm vermitteln. Die Gastronomen machten dabei einige Zugeständnisse, betonten aber auch, man müsse die Bedürfnisse junger Menschen mit denen der Anwohner in Einklang bringen.

Die Ludwigstraße zählt laut der Stadt zu den zentralen Achsen des sogenannten "Theaterviertels", das sich aktuell "enorm" wandle. Gäste und Anwohner hätten unterschiedliche Erwartungen an den Ort. Vor allem während der Corona-Pandemie hätten sich häufig viele Nachtschwärmer in den Augsburger Straßen, unter anderem auch in der Ludwigstraße, gesammelt, da das Nachtleben größtenteils im Freien stattfinden musste.

Dies führte laut der Stadt letztendlich zunehmend zu Beschwerden von Anwohnern der Ludwigstraße, die sich über Lärm, nächtliche Ruhestörung und eine zunehmende Verschmutzung der Straße beklagten. Ordnungsreferent Frank Pintsch lud deshalb Interessierte zu einem Dialogforum zur Ludwigstraße ein. Mit 35 Personen habe man dort Probleme offen angesprochen und über Gestaltungsmöglichkeiten beraten.

Für die Anwohner soll sich die Situation möglichst verbessern, ohne das Feiern in der Straße unmöglich zu machen. Die Stadt versprach den Bewohnern vorerst Lärmmessungen sowie einen weiteren Austausch zwischen allen Beteiligten, den das Innenstadtmanagement koordinieren soll.

Zugeständnisse machten auch die Gastronomen. Wie bisher wollen diese auch künftig während der Öffnungszeiten alle Toilettenanlagen für Gäste und Passanten zur Verfügung stellen. Ein Vorschlag vonseiten der Gastronomen war es außerdem, die Ludwigstraße nach Schließung der Kneipen und Restaurants mit dem eigenen Personal zu reinigen. Zudem sollen Security-Kräfte positiv auf die Gäste einwirken, weniger Lärm zu machen. Durch Social-Media-Kanäle und Flyer wollen die Gastronomen ihre Gäste für die Belange der Anwohner sensibilisieren.

"Wir wünschen uns, dass wir in der Ludwigstraße weiterhin unseren Beitrag für eine lebendige Stadt Augsburg bieten können", sagte Gastronom Sebastian Karner. "Urbanes Leben ist, gerade auch für junge Menschen, ein wichtiges Thema, weil sie in besonderer Weise unter den Einschränkungen der Corona-Maßnahmen zu leiden hatten. Ihre Bedürfnisse mit den Anliegen der Anwohnenden besser in Einklang zu bringen, ist jetzt das Ziel."

Auch Ordnungsreferent Frank Pintsch betonte: "Zur Großstadt Augsburg gehört auch eine entsprechend vielfältige Gastronomie." Für die künftige Entwicklung der Ludwigstraße und des Theaterviertels, das sich durch den Theaterumbau in einem starken Veränderungsprozess befinde, sei die Gastronomie Teil der Strategie. "Gleichzeitig sind die Anliegen der Anwohnenden sehr ernst zu nehmen", so Pintsch. Insbesondere die Nachtruhe sei ein wichtiges Thema.

Die Erfahrungen des kommenden Sommers in der Ludwigsstraße werde der Stadtrat eines Tages wohl auch als Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung des Areals rund um das Theater heranziehen. (pm/lat)

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