Region: Augsburg Stadt

Stadt sucht neue Möglichkeiten für Perlachturm-Sanierung

Die Perlachturm-Sanierung hat einen Rückschlag erlitten: Die Stadt Augsburg ist mit ihrer Bewerbung um eine Aufnahme in ein Förderprogramm des Bundes gescheitert.

Seit fünf Jahren ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Augsburgs inzwischen für Besucher gesperrt: Der Perlachturm ist marode und benötigt dringend eine Sanierung. Allerdings steht die Finanzierung der Turm-Renovierung nach wie vor auf wackeligem Fundament. Ein Förderprogramm des Bundes war die eigentliche Wunschlösung der Stadt, doch der Perlachturm hat es nicht auf die Liste des Bundesbauministeriums geschafft.

Das Bundesförderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" hätte die acht Millionen Euro teure Sanierung mit 66 Prozent Fördersatz unterstützt. 79 Projekte hatten sich dafür beim Bundesbauministerium beworben, 18 Projekte werden gefördert. Der Perlachturm ist nicht darunter. In der Verwaltung hofft man nun, an alternative Geldtöpfe zu kommen. "Nach der definitiven Absage aus Berlin werden jetzt die erforderlichen Unterlagen zusammengetragen, um in Kürze in die Gespräche mit den möglichen Fördergebern zu gehen", berichtet Baureferent Gerd Merkle auf Nachfrage.

Die Planungen für die Sanierung laufen parallel zur Suche nach Fördergeldern weiter. Ab Mitte 2023 sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Bis dahin müsste die Finanzierung spätestens stehen.

Eine Realisierung über das „Nationale Projekte des Städtebaus“-Programm wäre die „große Lösung“ gewesen, erklärt Liegenschaftsreferent Wolfgang Hübschle. Diese Lösung hatte der Augsburger Stadtrat im November 2021 beschlossen – allerdings mit der Maßgabe, dass die Sanierung über das Bundesprogramm gefördert wird. Das Konzept sah eine Sanierung der Fassade, eine Erneuerung der oberen Geschosse, einen neuen Eingangsbereich und eine neue Treppe vor. Letztere hätte zum Teil diagonal durch den Turm laufen und den Aufstieg zu einem Erlebnis machen sollen. Mit diesem Mehrwert für Touristen hatte die Stadt auf die Aufnahme in den begehrten Fördertopf abgezielt. Die Kosten für dieses Konzept: acht Millionen Euro. Laut Hübschle ist diese Variante nun aber unwahrscheinlich. In einem Fördergespräch sollen jetzt zwar alle drei möglichen Konzepte nochmals geprüft werden, jedoch seien Fördermittel für Variante zwei, eine statische Sicherung mit Treppensanierung, oder Variante drei, eine Sanierung mit neuer Treppe, wahrscheinlicher. Für welche Variante sich letztlich entschieden werde und ob in der jeweiligen Variante eine wesentliche Kostenentlastungen möglich sei, könne man derzeit aber noch nicht beurteilen.

Perlachturm-Sanierung soll 2024 beginnen

Das Hauptproblem des Turms ist seine Treppe: Diese genügt nicht mehr den Anforderungen an die Standsicherheit. Im vergangenen Winter musste dann auch noch ad hoc der Bereich unter dem Turm abgesperrt werden, weil eine Untersuchung gezeigt hatte, dass Steinschlag drohe. Ein rostendes Metallgerippe in der Naturstein-Mauer im oberen Teil führt laut dem Gutachten dazu, dass Steinfragmente abplatzen. Seit dem Frühjahr ist der obere Teil des Perlachturms mit einem Schutznetz eingewickelt, um etwaige Trümmer aufzufangen. Turmuhr und Glockenspiel sind stillgelegt. Auch die Fassade des Gebäudes ist erneuerungsbedürftig.

Das Projekt Perlachturm ist in jedem Fall aufwendig, egal welche Variante der Sanierung es am Ende wird. Weil die oberen Natursteingeschosse erneuert werden müssen, soll die Kuppel des Turms mit einem Kran abgenommen werden. Im Fall einer neuen Treppe würde diese mit dem Kran durch den geöffneten Turm von oben in das Gebäude hinein gehoben werden. Würde statt einer neuen Treppe die bestehende lediglich saniert, wäre dies mit etwas weniger Aufwand verbunden.

Die Bauverwaltung bleibt trotz allem optimistisch. Die Stadt strebe "nach wie vor einen Maßnahmenbeginn 2024 an", sagt Baureferent Merkle. (jaf)

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