Region: Augsburg Stadt

Tödlicher Unfall auf Spielplatz: Baum vor über einem Jahr zuletzt kontrolliert

Ein Baum stürzte am Samstag auf einem Spielplatz in Augsburg-Oberhausen auf eine Mutter und ihr knapp zweijähriges Kind. Die Tochter verstarb an ihren schweren Verletzungen. In Augsburg ist der Schock über den Tod des Mädchens nach wie vor groß.

Nach dem Unglück auf einem Augsburger Spielplatz, bei dem am Samstag ein knapp zweijähriges Mädchen ums Leben gekommen ist, ist der Schock in der Stadt weiterhin groß. Ein Baum war auf das Kleinkind und seine Mutter gefallen, als diese gerade auf dem Spielplatz spielten. Während die 28-Jährige mittelschwer verletzt wurde, verstarb das Mädchen einige Stunden später im Krankenhaus. Nun sind die städtischen Baumbestände in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

„Wann wurde der Baum zuletzt kontrolliert?“, hatte am Montagmittag Stadtrat Roland Wegner (V-Partei) in einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Eva Weber unter anderem gefragt. Die Stadt Augsburg reagierte am frühen Abend und erklärte in einer Mitteilung, dass „Kontrollen von Baumbeständen auf städtischen Spielplätzen von der Stadt Augsburg turnusgemäß alle zwölf bis 15 Monate durch geschultes Personal durchgeführt“ würden.

Dem städtischen Amt für Grünordnung zufolge sei der Baumbestand auf dem Unglücks-Spielplatz in Oberhausen im Mai des vergangenen Jahres kontrolliert worden. Die nächste Kontrolle stand also kurz bevor. „An dem am Wochenende umgekippten Baum wurden im vergangenen Jahr keine erkennbaren Schäden dokumentiert“, betont die Stadt.

Der Baum war nach Angaben der Polizei am Samstag knapp über dem Boden abgebrochen. Die Wurzeln steckten größtenteils noch im Boden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und auch Baumbegutachter beauftragt, um zu klären, wie es zum dem Unglück kam und ob vonseiten der Stadt alle Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden. Einen konkreten Tatverdacht gibt es aber wohl nicht, man ermittle lediglich in alle Richtungen, heißt es von der Polizei.

Bislang haben die Beamten noch keine neuen Erkenntnisse über die laufenden Ermittlungen oder eine mögliche Unfallursache veröffentlicht. Die Stadt Augsburg kündigte erneut an, dass man die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen werde.

Stadt Augsburg sperrt nach tödlichem Unfall sieben weitere Spielplätze

Unter dem Eindruck des Spielplatz-Unglücks habe die Stadt Augsburg nun außerdem vorsorglich sieben weitere Spielplätze abgesperrt, an denen in der kommenden Zeit Baumpflegemaßnahmen nötig geworden wären. Diese sollen vorgezogen werden. Die regelmäßigen Baumkontrollen hätten ergeben, dass sich in den Bereichen der ab sofort gesperrten Spielplätze mehrere Bäume im „vordringlichen Bedarf“ befinden, so die Stadt.

Betroffen sind die Spielplätze an der Inverness-Allee, Am Lueginsland, in der Forsterstraße, Hermann-Frieb-Straße, Koboldstraße und Gentnerstraße sowie der Jugendspielplatz Uhlandstraße. Um den zusätzlichen Arbeitsaufwand stemmen zu können, wurden laut der Stadt andere Maßnahmen des zuständigen Amts für Grünordnung vorerst zurückgestellt, etwa die Pflege des Straßenbegleitgrüns.(jaf)

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