Region: Augsburg Stadt

Wegen Corona: Aus für Theater-Bürgerbegehren

Das Augsburger Theater-Bürgerbegehren ist beendet. Die Initiatoren haben das Sammeln von Unterschriften für das Bürgerbegehren eingestellt. Schuld sei vor allem die Corona-Krise.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Theater – Kostenexplosion stoppen!“ haben sich offenbar dazu entschlossen, das Sammeln von Unterschriften für das Bürgerbegehren zu beenden. "Nach Beratungen mit den unterstützenden Gruppen", wie es in einer Pressemitteilung der Initiative heißt. 

"Nach reiflichen Überlegungen und Beurteilung der aktuellen Situation, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das Erreichen der erforderlichen Unterschriften in den nächsten Monaten nicht realistisch ist", schreiben die Initiatoren. "Dies bedauern wir sehr, vor allem gegenüber allen, die uns vor und nach dem Start im Oktober unterstützt haben und natürlich bei den vielen Hunderten von Bürgerinnen und Bürgern, die bereits unterschrieben haben".

Jedoch sei festzustellen, "dass der Fokus bei den meisten Menschen, auch innerhalb unserer Gruppen, nach dem langen Corona-Lockdown nicht bei der Sanierung des Augsburger Theaters und ihrer Finanzierung liegt". Der knapp vier Wochen nach dem Start der Sammlung verhängte Lockdown habe verhindert, dass das Bürgerbegehren "richtig ins Rollen gekommen" sei. Ausschlaggebend für das Scheitern sei "unseres Erachtens vor allem Corona", betont die Initiative. "Gerne hätten wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben, über dieses so entscheidende und teuerste Projekt in der Geschichte der Stadt Augsburg abzustimmen und so eine demokratische Entscheidung der Stadtgesellschaft herbeigeführt." Fest steht für die Initiative allerdings nach wie vor: Die Theatersanierung sei ein "Finanzdebakel".

Durch das Bürgerbegehren wollten die Initiatoren erreichen, dass günstigere Alternativen für die Modernisierung des Augsburger Staatstheaters geprüft werden. Das Prestigeprojekt, dem der Augsburger Stadtrat im Juli vergangenen Jahres trotz großer Kostensteigerungen mit 38 zu 22 Stimmen endgültig das Okay gab, beinhaltet die Sanierung des Alten Hauses sowie zwei Neubauten am selben Standort im Stadtzentrum. Gegner der teuren Baumaßnahme, die laut den aktuellen Schätzungen bis zu 321 Millionen Euro kosten soll, hatten etwa angeregt, statt eines Neubaus der zweiten Spielstätte den Theaterstandort dezentral aufzubauen und die Brechtbühne, eine aktuelle Übergangslösung auf dem Gaswerk-Areal, langfristig zu nutzen. (pm)

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