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Derbysieg zum Jahresende AEV ringt Straubing nieder

Henry Haase mit drei Assists

Profilbild vonFreier Mitarbeiter George Stadler
Henry Haase (drei Assists) bedankt sich bei Oli Roy (37 Saves, davon 20 im Schlussabschnitt) fürs fehlerlose Spiel.

Das Jahr 2021 endete für die Augsburger Panther mit einem Derbysieg, und der Tabellennachbar aus Straubing befindet sich weiter in Schlagdistanz: Die schiefe Tabelle – Augsburg hat bis zu fünf Spiele weniger als die Konkurrenz, da in der Hoffnung auf das Ende der bayerischen Sonderregelungen so viele Heimspiele wie möglich ins kommende Jahr verschoben wurden – zeigt je nach Berechnung einen AEV auf dem vorletzten Platz (nach Punkten) bzw. auf Platz 11 (nach Punkte-Quotient, also Punkte je ausgetragenem Spiel). Sollten Spiele wegen COVID-19 nicht mehr ausgetragen werden können, so gilt für die Abschluss-Tabelle die Points-per-Game-Regelung (PPG).

Das Spiel spannende Spiel gegen Straubing hätte wesentlich mehr Fans verdient gehabt als zugelassen waren (keine), deshalb mussten die Fans auf der Couch mitfiebern, wie sich der erneut ersatzgeschwächte AEV gegen Straubing hielt. Durch Wade Bermans Ausfall waren wieder nur sechs Verteidiger einsatzfähig, im Sturm fehlten weiter TJ Trevelyan und der zum Spiel in Köln aus Bad Tölz zurück geholte Samir Kharboutli, der sich bei seinem ersten Einsatz seit fast zwei Monaten verletzt hatte. Vor allem wegen der limitierten Verteidigeranzahl schien es zunächst so, als ob Trainer Pederson die Taktik „Angriff ist die beste Verteidigung“ ausgegeben hatte: Augsburg begann stark und drängte auf eine frühe Führung, doch zunächst war Karhunen im Tigers-Tor nicht zu überwinden.

Fürs 1:0 brauchte es eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Straubing. Die zahlenmäßige Überlegenheit dauerte nicht lang, schon nach einer guten Minute schubste Colin Campbell seinen eigenen Rebound ins Tor, unterstützt wurde er dabei von Adam Payerl, der zwischen Torhüter und Verteidiger fuhr und beide bei der Abwehr behinderte. Da die Schiedsrichter auch beim Videostudium keine illegale Aktion des AEV-Topscorers entdeckten, zählte das Tor.

Ästhetisch betrachtet war der Ausgleich in der Niederbayern das schönere Tor: Auch sie nutzten das erste Powerplay, und am Ende einer Passstafette durchs Panther-Drittel stand es 1:1. Augsburg blieb spielbestimmend, ein weiterer Treffer fiel nicht während des ersten Drittels nicht mehr. Entscheidendes fürs Spiel geschah erst nach der Pausensirene: Am Ausgang der Panther entluden sich die Emotionen, mehrere Spieler beider Teams schubsten sich herum, die Schiedsrichter verhängten deshalb je zwei Minuten gegen Augsburgs Valentine und Straubings Schönberger.

Doppelpack bei vier gegen vier

Nutznießer der Rangelei war der AEV, der zu Beginn des Mitteldrittels den vielen Platz auf dem Eis – es wurde mit vier gegen vier Spieler weitergespielt – zur Vorentscheidung nutzen konnte: Erst tauchte Matt Puempel allein vor Karhunen auf und hämmerte den Puck nach 20 Sekunden ins Netz, und eine Minute später versetzte Vinnie Saponari erst einen Straubinger Verteidiger und schlenzte dann die Scheibe genau in den Winkel. Auch den Panthern gelangen Traumtore, und an beiden beteiligt war nicht wie üblich Jesse Graham, der beste Vorlagengeber der Liga, sondern sein Verteidiger-Kollege Henry Haase hatte ausgeholfen.

Straubing brauchte nach diesem frühen Schock eine Auszeit und weitere Minuten, um eine Aufholjagd zu starten, scheiterte aber zunächst an Goalie Oli Roy, dem Pfosten und der meist gut aufgestellten Augsburger Defensive.

Player of the Match:
Henry Haase mit drei Vorlagen

Im Schlussabschnitt legten die Niederbayern noch eine weitere Schippe drauf, was auch die Schussstatistik belegt: Einundzwanzigmal schossen die Tigers Richtung Augsburger Tor, während die Panther nur noch sechs Schüsse abgaben. Der Ertrag war derselbe: Straubing konnte fünf Minuten vor der Schlusssirene auf 2:3 verkürzen und die Partie noch spannender gestalten, aber Augsburg traf ins von Karhunen verlassene Tor zum 4:2-Endstand. Chad Nehring hatte sich die Chance zum Emptynetter nicht nehmen lassen, den Assist verbuchte wieder Hank Haase, der sich den Direktschuss verkniff und stattdessen den gut positionierten Mitspieler suchte. Im Interview nach dem Spiel klang der Verteidiger hoffnungsvoll: „Man sieht, dass wir in den letzten Spielen immer eine Schippe raufgepackt haben, auch wenn wir ein paar verloren haben. Aber wir haben uns richtig gesteigert, wir arbeiten, sind konsequenter, fokussierter, machen weniger Fehler, und das merkt man dann auch.“

13 Spiele im Januar:
„Englischer Monat“ startet mit Derby gegen Ingolstadt

Mit diesem Sieg greift der AEV wieder ein in den Kampf um den letzten Playoff-Platz ein, den momentan noch der Derby-Verlierer Straubing einnimmt. Dieser Kampf wird unter drei Voraussetzungen erfolgreich sein: Erstens sollte zuhause auch im neuen Jahr ohne Fan-Unterstützung weiter so gepunktet werden wie in 2021, zweitens darf es keine Corona-bedingten Ausfälle geben und drittens sollten sich nicht wieder Goalies und Verteidiger verletzen, denn angesichts der 13 Spiele im Januar wären neue und längere Ausfälle fatal. Der „englische Monat“ beginnt zuhause mit dem nächsten Derby gegen Ingolstadt am 2. Januar um 16:30 Uhr, es folgen je sechs Heim- und Auswärtsspiele bis zur Olympia-Pause im Februar.

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