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Augsburger Sportvereinen fehlen Geld und Nachwuchs: Stadt will Zuschüsse im Corona-Jahr erhöhen

Die Augsburger Sportvereine kämpfen mit den Folgen der Corona-Pandemie.

Die Augsburger Sportvereine haben aufgrund der Corona-Pandemie immer weniger Mitglieder. Besonders macht sich dieser Schwund beim Nachwuchs bemerkbar: Es fehlen die Neueintritte junger Menschen, die einen Sport erstmals im Verein entdecken. Auch auf die finanzielle Förderungen der Vereine hat diese Entwicklung einen negativen Einfluss. Der Sportausschuss des Augsburger Stadtrats hat deshalb am Montag entschieden, die städtischen Zuschüsse für die Vereine im Jahr 2021 zu erhöhen.

Der Beschluss des Sportausschusses sieht vor, dass es in der kommunalen Vereinspauschale in diesem Jahr Erleichterungen geben soll. Außerdem wird der Pro-Kopf-Jugendzuschuss, der zur Stärkung des Jugendsports in der Stadt beitragen soll, von 20 Euro auf 22 Euro pro jungem Sportler erhöht. So sollen die Vereine, die sich inzwischen oft bereits in einer finanziell angespannten Lage befinden, entlastet werden.

Aufgrund der Pandemie haben inzwischen viele Sportler ihre Vereinsmitgliedschaft beendet. Zugleich gab es deutlich weniger Neueintritte. Die Vereine sind aber eigentlich auf ein Beitragsaufkommen von mindestens 70 Prozent des Soll-Aufkommens und einen Jugendanteil von mindestens zehn Prozent für die Förderungsbewilligung angewiesen. Fallen diese Zahlen für 2021 niedriger aus, dürfen die Vereine nun ihre Zahlen von 2019 ansetzen.

Die Jugendzuschüsse allein bedeuteten für die Sportvereine im vergangenen Jahr außerdem Förderungen von insgesamt rund 345 000 Euro. Die Gesamtzahl der Jugendlichen lag da noch bei 18 372. Im Jahr 2021 hat sich die Gesamtzahl der Jugendlichen in den Augsburger Sportvereinen allerdings bereits auf knapp 17 000 reduziert - womit auch die Zuschüsse auf rund 320 000 Euro fallen würden.

Die Stadt will nun allerdings, laut einer Presseerklärung "unter Berücksichtigung der vorhandenen Haushaltsmittel", den Jugendzuschuss einmalig auf 22 Euro erhöhen. Damit werde gewährleistet, dass der gesamte im Haushalt zur Verfügung stehende Betrag an die Augsburger Sportvereine ausgeschüttet wird.

Kultur- und Sportreferent Jürgen Enninger freue sich, dass die Stadt damit die Sportvereine " in diesen schwierigen Zeiten" entlaste. "Vor allem der Nachwuchsbereich verzeichnete die meisten Mitgliederrückgänge", sagte Enninger. "Unser Sportnachwuchs ist aber die Basis für eine breite Begeisterung für Bewegung und besondere Leistungen im Spitzensport." Der Beschluss unterstreiche die besondere Bedeutung der jungen Sportler.

Für 114 der 155 Vereine bedeuteten die Änderungen sogar , dass sie trotz allgemein fallender Mitgliederzahlen im Jahr 2021 einen insgesamt höheren Jugendzuschuss als im vergangenen Jahr erhalten werden. Bei 27 Vereinen bleibe der Betrag "nahezu unverändert". Bei 14 Vereinen war der Rückgang der Mitgliederzahlen allerdings so erheblich, dass diese trotz der höheren Förderung einen niedrigeren Betrag als 2020 erhalten werden.

Die Augsburger Regierungskoalition aus CSU und Grünen lobte den getroffenen Beschluss. „Der Vereinssport leidet in der Corona-Pandemie, weil der Betrieb über lange Zeiträume nur sehr eingeschränkt möglich war", sagte Peter Rauscher, Fraktionsvorsitzender der Grünen. "Der Beschluss soll unsere Augsburger Vereine durch diese schwierige Phase tragen.“ Die Vereinskultur in Augsburg zu schützen sei der Grünen Fraktion laut Serdar Akin wichtig. "Nach der Krise soll diese Infrastruktur wieder für die gesamte Stadtgesellschaft zugänglich sein. Davon profitieren wir alle durch gute Gesundheit, soziale Teilhabe und ausgeglichene Kinder und Jugendliche", meinte er. Der CSU- Fraktionsvorsitzende Leo Dietz lobte den Beschluss als "vollen Erfolg". " Der heutige Beschluss stellt sicher, dass die Stadt keinen Cent an Fördergeldern, die im Haushalt für die Sportvereine vorgesehen sind, einbehält", so Dietz.

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