Region: Augsburg Stadt

Ernst-Lehner-Stadion an der Sportanlage Süd wird 2022 saniert

Der Kunststofffbelag im Ernst-Lehner-Stadion ist inzwischen stark mitgenommen. Am Montag hat der Sportausschuss deshalb eine Sanierung der Anlage beschlossen.

Die Leichtathletik-Anlage im Ernst-Lehner-Stadion im Augsburger Stadtteil Hochfeld soll ab 2022 erneuert werden. Das hat der Sportausschuss des Augsburger Stadtrats am Montag beschlossen. Der wohl wichtigste Teil der Sportanlage Süd dürfte vielen Generationen von Schülern bekannt sein, die dort ihren Sportunterricht oder die Bundesjugendspiele absolvierten. Sie entspricht aber auch den Anforderungen für regionale und überregionale Wettbewerbe sowie den Hochleistungssport und wird von Vereinen für Training und Wettbewerbe genutzt. Inzwischen weist die Sportanlage allerdings deutliche Verschleißerscheinungen auf.

Die Leichtathletik-Anlage im Ernst-Lehner-Stadion, die sechs Kreisbogenbahnen, acht Einzelbahnen für Sprint- und Hürdenstrecken, zwei Segmentbereiche für Hochsprung, Stabhochsprung und Weitsprung sowie ein Rasengroßspielfeld beinhaltet, wurde in den 1990er-Jahren gebaut und besteht zu großen Teilen aus einem zweischichtigen Kunststoffbelag – mit einer Basisschicht und einer Verschleißschicht. Laut der Beschlussvorlage des Sport- und Bäderamts ist die Verschleißsicht inzwischen allerdings so herunter gekommen, dass teilweise auch bereits die Basisschicht beschädigt ist. Diese elastische Grundschicht liegt aktuell an einigen Stellen frei und ist rissig.

"Um eine langfristige Schädigung des gesamten Kunststoffbelags zu verhindern, ist eine baldige Sanierung notwendig – auch damit die Basisschicht weiterhin als Grundlage für die Verschleißschicht verwendet werden kann", betont das Sportreferat in einer Pressemitteilung. Denn eine sichere und funktionstüchtige Leichtathletik-Anlage im Ernst-Lehner-Stadion ist laut der Beschlussvorlage "für die Augsburger Sportwelt sportfachlich unverzichtbar".

Bereits 2009 wurde aufgrund von Abnutzungen die obere Verschleißschicht erneuert. Damals kam eine günstige Spritzbeschichtung zum Einsatz, die damals nur 100 000 Euro kostete, jedoch aufgrund der "abnehmenden Verbundwirkung" zwischen den Schichten nur einmal durchgeführt werden konnte. Außerdem hat eine Spritzbeschichtung je nach Nutzungsintensität nur eine Lebensdauer von fünf bis acht Jahren. Die nächste Sanierung soll nun mit einer teureren Gießbeschichtung durchgeführt werden. Nötig wird diese nun auf jeden Fall, denn bei einer weiteren Schädigung der Basisschicht würde es für die Stadt wohl noch deutlich teurer werden. Der gesamte Kunststoffbelag müsste entfernt und entsorgt werden, zusätzlich zu den Kosten für die neue Basisschicht.

Für die Sanierung der Anlage hat der Bauausschuss nun eine Investition in Höhe von 240 000 Euro beschlossen, die auch bereits im städtischen Haushalt vorgehalten wurde. Mit der Sanierung könne deshalb laut Sportreferent Jürgen Enninger wohl "erfreulicherweise" bereits im kommenden Jahr begonnen werden. "Die Arbeiten sind temperaturabhängig und können nur in einem Zeitfenster von Mai bis September durchgeführt werden", erklärt Enninger. "Wir werden die Bauzeiten um den Saisonbetrieb der Leichtathletik so organisieren, dass der Sportbetrieb so wenig wie möglich eingeschränkt wird." Zum Einsatz kommt dann ein flüssiges Elastomer, das mit Gummigranulat eingestreut wird, und auch kleinere Risse und Löcher in der Basisschicht automatisch versiegeln wird. Die Haltbarkeit dieser Beschichtung beträgt laut der Beschlussvorlage dann etwa zehn bis 15 Jahre. Die Sanierung soll damit rund doppelt so lange vorhalten wie die aus dem Jahr 2009. (lat)

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